Engelsgesicht

Engel sind in. Sie werden vielfältig dargestellt und kommen oft dann zum Zug, wenn uns die Worte fehlen. Mit ihnen drücken wir Zuneigung und Trauer, Liebe und Schmerz aus. Und dort, wo Engel sind, hat das Unheil keine Chance mehr. Deshalb umgeben wir uns heute gerne mit Engeln. Heutzutage sind sie die harmlose Seite der Spiritualität. Mit ihnen verbinden wir die Hoffnung, dass alles einen guten Verlauf nimmt.
Die Mischwesen zwischen Himmel und Erde sind ursprünglich die Boten, die die himmlische Welt mit der irdischen verbinden. Sie werden heute oft lieblich und niedlich dargestellt, unserem Schönheitsideal angepasst. Sie werden mit unschuldig kindlichen Zügen gezeigt und vermitteln so eher Geborgenheit und Wohlfühlatmosphäre. So taugen sie sogar zur Dekoration unserer Wohnungen, selbst dann, wenn man keinen Bezug mehr zur Religion oder zum christlichen Glauben hat. Engel sind eine Modeerscheinung und haben in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion übernommen. Sie sichern uns einen göttlichen Schutz zu, den wir irgendwie erhoffen, aber nicht fassen können.
In der Autobahnkirche gibt es auch Darstellungen von Engeln. Die sind aber alles andere als lieblich. Sie sehen kriegerisch aus und haben ausschließlich herbe und ernste Gesichtszüge. Diese Engel haben nichts heimeliges an sich. Sie sind die Wesen, die die Zerstörung der Erde in der Offenbarung ankündigen. Sie sind Boten zwischen dem Himmel und der Erde, zwischen Gott und den Menschen. Emil Wachter zeigt sie uns in ihrer wesentlichen Bedeutung. Als Boten rufen sie uns zur Entscheidung. Spiritualität und Glaube ist nichts Beliebiges. Wir werden aufgefordert, unsere Position einzunehmen und zu sagen, wo wir stehen.
Dann fällt alles »Irgendwie«, das ein Kennzeichen unserer postmodernen Zeit ist, weg und fordert eine klare Entscheidung: Wie verbindest du, Mensch, Himmel und Erde? Was ist Dein Beitrag dazu? Sieht man das an Deinem Leben? Engel meinen es ernst mit uns, dann sollten wir das auch!
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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