Unsterblichkeit

Unsterblichkeit  ist ein uralter Traum des Menschen - und wahrscheinlich unerfüllbar. Es stellt sich die Frage, ob es überhaupt erstrebenswert ist, unsterblich zu sein. Denn alles, was wir tun und erleben, selbst wenn es noch so sehr auf Dauer angelegt ist, erhält seinen Reiz (und seinen Schrecken) dadurch, dass es begrenzt ist. Ob es jetzt die unendlich lange Lebensspanne ist, oder der Nachruhm, den die Taten oder das Werk eines Menschen hinterlassen, irgendwann weiß niemand mehr von dem, was man getan oder geschaffen hat. In Science-Fiction-Romanen geht es bei der Unsterblichkeit allerhöchstens um Lebensverlängerung. Hat es dann überhaupt noch einen Wert, etwas zu tun, weil es doch wieder verschwinden wird?
Alle Religionen versuchen auf diese Fragen Antworten zu geben. Und sie können doch nur Bruchstücke liefern, die sich schwer zu einem Bild zusammenfassen lassen. Ist Unsterblichkeit das Leben, das auf dieses irdische folgt, von dem wir wissen, dass es begrenzt ist? Ist Unsterblichkeit in diesem Leben erreichbar, so dass ich unendlich viele Jahre lebe? Ist Unsterblichkeit schon dadurch erreicht, dass ich meine Gene weitergebe und zumindest etwas von mir weiterlebt. Oder muss ich wirklich etwas Großes schaffen, das länger als zwei oder drei Generationen im Bewusstsein bleibt, damit ich unsterblich bin? Keines dieser Projekte befriedigt wirklich und wir werden immer wieder auf uns selbst verwiesen mit der Frage: »Reicht dir das aus?«
An der Ostseite des Johannesturmes hat Emil Wachter sein Symbol für die Unsterblichkeit hinterlassen. Es sind die Blütenranken, die sich ineinander um die Spitze winden. Sie sind unentwirrbar und schließen sich zu einem ewigen Kreis. Für Emil wachter sind das die Ranken, die immer wieder in den
Lebensbäumen auftauchen und von der ewigen Dauer des Lebens erzählen. Das ist jetzt keine Antwort auf die Frage, wie wir Unsterblichkeit erreichen können. Aber es verweist auf etwas ganz Wichtiges, nämlich darauf, wie unwichtig diese Frage letzten Endes ist. Angesichts des Wunders des Lebens verlieren Fragen ihre Schwere und Bedeutung. Das Leben ist schön. Mehr ist gar nicht nötig.
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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