Menschenhände

Wir verwenden bei ganz vielem, was wir tun, auch in einzelnen Redewendungen immer wieder Beschreibungen unserer Hände. Wir sprechen vom »Handwerk«, von »behandeln«, von einer »Handlung« oder einem »Handlanger«. Selbst wenn wir Geschäfte tätigen, dann nennen wir das »Handeln«. Da wir auch mit einer Hand schreiben, haben wir eine »Handschrift«, die nicht nur der Übermittlung einer Information dient, sondern auch etwas über uns selbst aussagt. Im Dialekt kommt das Wort »Händeln« natürlich auch von der Auseinandersetzung, die wir mit unseren Händen führen. Die Hände gebrauchen wir den ganzen Tag, meist unbewusst und mit der größten Selbstverständlichkeit. Wenn wir sie bewusst betrachten, dann erkennen wir, was für ein ausgefeiltes und wunderbares Werkzeug unsere Hände sind. Wir können Greifen und Festhalten, etwas damit tun oder ausdrücken. Und wir merken erst, wenn wir eingeschränkt sind, wie wichtig sie sind.
An der Westseite des Johannes-Turmes an der Autobahnkirche sehen wir ein Paar menschliche Hände abgebildet. Emil Wachter gibt dieser Darstellung die Beschreibung: »Das Geheimnis«. So wichtig und selbstverständlich unsere Hände auch sein mögen, sie sind trotz allem geheimnisvoll und wir können sie zu allen möglichen Handlungen einsetzen. Wenn wir mit unseren Händen einen anderen Menschen berühren, dann geben wir damit mehr weiter als nur die Berührung. Wir drücken unsere Gefühle aus. Im besten Fall zeigen wir so unsere Liebe, wenn wir diesen Menschen zärtlich streicheln oder fest an uns drücken. Es ist gut, dass wir unsere Hände gebrauchen, um unsere Beziehungen auszudrücken und zu gestalten. Wir können damit aber auch etwas Göttliches zum Ausdruck bringen. Einmal davon abgesehen, dass in jeder Handlung etwas Göttliches aufscheint, wird diese Dimension explizit bewusst, wenn wir mit unseren Händen segnen. Sie werden damit gleichsam zum sichtbaren Zeichen des Geheimnisvollen, das auf etwas viel Größeres verweist.
Die Verbindung von Berührung mit den Händen und den Worten der Zusage des Segens schafft ein Verstehen. Im Segen machen wir ausdrücklich, was immer schon gegeben ist: Wir sind Kinder Gottes und stehen unter Gottes Schutz. Mit dem Zeichen der Hände machen wir uns diese Wirklichkeit neu bewusst. Und das ist notwendig!
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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