Zorniger oder wütender Prophet

Er war wohl kein einfacher Mensch, aber er hatte eine gewisse Ausstrahlung, die die Menschen in ihren Bann gezogen hat. Wie viele Propheten vor und nach ihm hat Mose aus seiner Wut, die er empfand, keinen Hehl gemacht, und er konnte sie auch nicht immer zurückhalten. Selbst Jesus überkam der Zorn, als er die Händler im Tempel gesehen hat. So wird auch Moses wütend. Als er vom Berg herabsteigt, auf dem er von Gott das Gesetz erhalten hat, sinnbildlich von Gott in Tafeln eingraviert, sieht er, wie die Israeliten in der langen Zeit, die er fort war, an ihrem Glauben irr geworden sind. Sie fertigen ein Standbild an, das ihren Gott darstellen soll, ein Stierabbild aus Gold. In der Beschreibung in der Bibel wird das im Rückblick lächerlich gemacht und als Kalb beschrieben.
Mose hatte eine intensive Gotteserfahrung gemacht und kann nicht verstehen, warum sein Volk unter Führung seines Bruders Aaron so schnell wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällt. Jetzt packt ihn er Zorn: »Als Mose dem Lager näher kam und das Kalb und den Tanz sah, entbrannte sein Zorn. Er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. Dann packte er das Kalb, das sie gemacht hatten, verbrannte es im Feuer und zerstampfte es zu Staub. Den Staub streute er in Wasser und gab es den Israeliten zu trinken.« (Ex 32,19-20) Solche Reaktionen traut man Menschen, die eine innige Beziehung zu Gott haben, nicht zu. Doch auch diese Wut, dieser Zorn ist eine Gottesgabe und gehört zu diesen Menschen, ist ein Teil von ihnen. Mose ist bereit, im Zorn alles zu opfern, was er von Gott erhalten hat. Er zerschmettert die Tafeln mit dem Gesetz. Das ist die Schattenseite des Zorns. Er wirkt zerstörerisch. Sicherlich haben wir für dieses Verhalten Verständnis, Mose kämpft ja für die gute Sache. Aber ist das immer so klar? Wir sehen in der Wut eine negative Eigenschaft, zu Recht. Wir kennen die zerstörerischen Auswirkungen. Sprechen wir aber vom Zorn, dann kommt eine neue Dimension in den Blick.
Da wissen wir, dass er eine Kraft ist, die uns zur Aktivität anstachelt. Wer zornig ist, weiß, dass es so nicht weitergehen kann. Emil Wachter stellt Mose zornig dar, aber an der Schwelle zur Wut, in der Mose zerstört. Hier ist er eine Mahnung an den Betrachter: »Du darfst zornig sein, ja kultiviere deinen Zorn, aber lass dich nicht zur Wut hinreißen, denn so machst alles kaputt.«
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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