Das geht gar nicht

Eine der Töchter Lots, eines Verwandten von Abraham, wird hier von Emil Wachter am Abrahamstor dargestellt. Sie ist nackt. Das hat seinen Grund. Bei Lot kehren, als er mit seiner Familie in der Stadt Sodom weilte, zwei Fremde ein, denen er das Gastrecht gewährte. So war er auch für ihren Schutz und ihre Unversehrtheit verantwortlich. Was er nicht wusste: Die beiden waren Engel, die nach Sodom geschickt wurden, um die Stadt zu vernichten, Lot und seine Familie aber vor dem Verderben zu bewahren. Die Bewohner von Sodom praktizierten gewaltsame homosexuelle Handlungen besonders mit Fremden. Lot konnte das nicht zulassen, er musste ja für die Sicherheit seiner Gäste sorgen. Als sein Widerstand nichts nutzte, bot er den Sodomiten seine beiden jungfräulichen Töchter an, damit sie mit ihnen taten, was sie tun wollten. Es kam Gott sei dank nicht so weit. Die beiden Engel retteten die kleine Familie und gaben die Stadt der Vernichtung preis.
Das Ansinnen von Lot, seine beiden Töchter den Sodomiten zu übergeben, lässt uns den Atem stocken. Lot ist bereit, seine Töchter für das Gastrecht zu opfern. Die Unversehrtheit der Gäste zählt mehr, als die der eigenen Familie. Das können wir heute nicht akzeptieren und das mit Recht. Sicherlich galten damals andere gesellschaftliche Regeln und das Leben der Familienangehörigen und besonders das der Frauen galt gegenüber dem Recht des jeweiligen Gemeinwesens nicht sehr viel. Das heißt aber nicht, dass wir es deshalb heute so hinnehmen müssen. Wir haben andere Gesetze, bei denen der Schutz der Schwachen zumindest theoretisch gewährleistet ist. Auch wenn wir die damaligen Verhältnisse berücksichtigen, können wir unsere eigenen Überzeugungen nicht über Bord werfen. Wir bleiben Kinder unserer Zeit und unseres Denkens. Wir können die Zeit und die Geschichte nicht verändern. Wir müssen aber das, was geschehen und in Mythen erzählt wird, beurteilen. Und wenn wir zu dem Urteil kommen, dass ein bestimmtes Verhalten nicht geht, dann müssen wir es auch benennen.
Selbst dann, wenn diese Erzählung in der Bibel steht. Wir sind unserer Zeit und der Zukunft gegenüber verantwortlich. Das muss immer unser Maßstab bleiben. Das ist keine selbstgerechte Kritik an der Vergangenheit, sondern eine wachsame Mahnung für die Gegenwart.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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