Friedenstaube

Bilderwelt 144 ABK Noah-Turm O - Noah entlaesst die Taube 1zu5.jpgJedesmal, wenn sich bei Großveranstaltungen weiße Tauben in die Luft erheben, dann schlägt das Herz höher. Es ist ein schönes Symbol für den Frieden. Wir kennen und schätzen es. Die Friedensbewegung hat die weiße Taube auch zu ihrem Erkennungszeichen gemacht. Es gibt aber kaum ein Symbol, das mehr missbraucht wurde, wie dieses. Jede Aggression wird sprichwörtlich hinter einer Taube versteckt. Dieser Angriff diene dem Frieden, heißt es dann. Im Buch Genesis wird erzählt, wie Noah Tauben ausschickt, um zu sehen, ob und wie die Erde wieder bewohnt werden kann. Jede Taube steht für die Hoffnung, dass es endlich wieder aufwärts geht und das Leben neu beginnen kann.
Wenn im ersten Schöpfungsbericht der Geist Gottes über den Wassern schwebt, wird aus christlicher Sichtweise daraus eine Taube. Der Heilige Geist wird mit der Taube bildhaft dargestellt. In der Kirche spielt die Taube eine wichtige Rolle, denn sie steht für die verändernde Kraft des Geistes. Wie auch immer, wenn in unserem Denken weißeTauben auftauchen, dann hat es etwas mit Veränderung und Neuanfängen, mit Hoffnung und Vision zu tun. Noah ist einer der ersten, der damit ein Zeichen setzt. Tauben fliegen auf und sagen: Das Alte ist vorbei, jetzt beginnt etwas Neues, die Botschaft des Friedens und der Hoffnung soll in alle Welt getragen werden. Wenn es nur so wäre und das Symbol nicht nur ein Zeichen bleibt! Auch der Neuanfang, der nach der Sintflut beginnt und für den Noah steht, endet wieder einmal und das in kürzester Zeit in einer Katastrophe. Hoffnungen auf Frieden werden schneller zunichte als die Tinte auf den Verträgen trocknet. Der Krieg wird schon als Normalfall angesehen. Neue Aufbrüche, von denen man sich große Veränderungen erhofft hat, bleiben schon nach den ersten Schritten stecken. Sollen wir deshalb nicht besser auf ein Hoffnungs- und Friedenssymbol wie das der Taube verzichten? Auf keinen Fall! Das, was Noah tut, steht für den Wunsch nach Verbesserung und einer neuen Zeit, die uns alle antreibt.
Bilderwelt 144 Lageplan.jpgEs wäre fatal, wenn wir uns diese Symbole nehmen und vor der Macht des Faktischen resignieren, denn damit nehmen wir uns auch unsere Visionen. Noah schickt die Taube aus, bevor er die Zusage Gottes erhält, dass die Erde nicht mehr durch eine Flut vernichtet werden soll. Er hat die Hoffnung, dass es nicht nur gut wird, sondern auch gut ist. Dem können, ja, dem müssen wir uns anschließen, denn ohne diese Hoffnung ist unser Leben leer und nutzlos.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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