Folterknechte

Wer durch das Abrahamstor in die Autobahnkirche geht, kommt an einem verstörendem Bild vorbei. Unter der Überschrift »Sodom und Gomorrha« wird eine Folterszene gezeigt. Und Emil Wachter spart nicht mit Schrecken und Schmerz, wenn er zeigt, wie Menschen einem Hilflosen Leid und Qual zufügen. Sodom und Gomorrha meint in seiner Vorstellung nicht den freien Umgang mit Sexualität, sondern all das, wo Menschen einander das Leben unmöglich machen und die Lebensgrundlagen zerstören. Folter ist eine Methode, in der es nicht nur darum geht, Menschen zu einer Aussage zu zwingen, sondern auch um sie zu erniedrigen, ihren Willen zu brechen und die eigene Macht auszuleben. So wurde und wird sie seit Menschengedenken eingesetzt. Wir denken, dass wir schon weiter wären, aber die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache.
Dass heute noch immer gefoltert wird, ist nur deshalb möglich, weil es Menschen gibt, die Folter nicht nur zulassen, sondern sie auch anordnen. Sicherlich sind dies die wahren Schuldigen, die zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Es gibt aber auch die willfährigen Handlanger, die, aus welchen Gründen auch immer, diese Befehle ausführen. Auch sie haben Mitschuld und können sich nicht auf die Struktur von Befehl und Gehorsam herausreden. Wer gewalttätig gegen andere ist, holt auch für sich etwas heraus und handelt nicht nur aus Gehorsam heraus, sondern befriedigt auch eigene Interessen.
Schließlich gibt es auch die Gesellschaft, die um Folterpraktiken weiß - und schweigt. Diese »Schweigende Mehrheit« ist es, die Folter in großem Umfang erst ermöglicht. Warum wird geschwiegen? Aus Angst, selbst Opfer zu werden? Aus der Hoffnung heraus, dass dadurch Ruhe ins Land einkehrt oder Erkenntnisse gewonnen werden können, um im besten Fall Verbrechen aufzuklären? Oder auch nur weil es uns scheinbar nicht angeht? Auf diese Weise sind wir alle betroffen und auch mitschuldig, selbst wenn wir keine ausgesprochenen Folterknechte sind.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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