Bedrohte Menschenwürde

In Sonntagsreden gibt es keine Zweifel. Menschenrechte und Menschenwürde sind ein hohes Gut, an dem man unbedingt festhalten muss. So weit so gut. Aber diesen Aussagen ist es oft zu eigen, dass sie allgemein bleiben, sie gelten für alle, näheres wird durch Ausführungsbestimmungen geregelt. Die sehen dann ganz anders aus und die guten Absichten werden in ihr Gegenteil verkehrt. Menschenrechte einzufordern ist einfach, wenn man nicht selbst verantwortlich für ihre Durchsetzung ist. Doch wenn man in einer Situation ist, in der man auf sie angewiesen ist und sich darauf beruft, dann ist es meist schon zu spät. Wenn man schon zum Opfer geworden ist, nützt es nicht, sich darauf zu berufen. Dann sind andere notwendig, die für Menschenrechte eintreten und sie für konkrete Personen einfordern.
Am Abrahamstor sehen wir die eindringliche Darstellung von Emil Wachter. Die Menscherechte schreien! Sie sind eingesperrt, nicht nur von Gitterstäben, sondern noch mehr durch die so genannten äußeren Zwänge: Rechtsprechung und Kirchen, Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen. Und alle diese haben gute Gründe, ihren Schrei nicht zu laut werden zu lassen, denn dann leiden die eigenen Interessen. Der Schrei ist nicht nur sichtbar, man meint ihn zu hören. Und dieser Ruf nach der Gewährung von Menschenrechten muss gehört werden, er darf nicht verstummen. Die hilflosen Hände sind ausgestreckt in die Welt, sie dürfen nicht ins Leere greifen. Es ist die Verantwortung von allen Menschen, die in Freiheit leben können und die weitgehend mit garantierten Menschenrechten leben dürfen, diese Hände zu ergreifen und den Schrei zu hören und weiterzutragen.
Nur wenn viele sich einreihen und den Menschenrechten den Raum geben, den sie brauchen, nur wenn viele sie immer wieder einfordern und beharrlich auf deren Einhaltung pochen, dann kann sich das Gesicht der Erde verwandeln. Traurig ist es, wenn wir immer erst dann davon reden, wenn sie schon mit Füßen getreten werden! Vielleicht braucht es die Vision, dass sie von vorneherin gelten und nicht schreien müssen.
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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