Wenn Religion verletzt

Religion ist für den Menschen da! Sie soll helfen, den Alltag zu bestehen. Mit Geschichten soll eine Verbindung zu inneren Quellen und zu Gott aufgebaut werden. Rituale und deutende Worte ermöglichen in dem, was geschieht, einen Sinn zu finden und zu leben. Religionen helfen den Menschen, dass Leben gelingen und so etwas wie Heil in diesem Leben erfahren werden kann. Religion gibt eine Verheißung, dass man nicht umsonst lebt, sondern dass man in einen großen Sinn eingebunden ist. Folgt man solch einer Definition, dann wundert man sich doch, warum sich viele Menschen zumindest von den großen, etablierten Religionen abwenden.
Das hat oft einen Grund, weil genau das Gegenteil von dem erfahren wird, wozu Religion eigentlich da ist. Anstatt Sinn zu stiften, wurden moralische Gebote aufgestellt, deren Nichtbeachtung oft drastisch bestraft wurde. Statt Gemeinschaft zu fördern, wurde ausgegrenzt. Es war klar geregelt, wer Teil haben darf am Heil und wer nicht. Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Armut und andere Gegebenheiten waren und sind oft schon Grund genug, jemanden das Heil abzusprechen. Man entsprach nicht der Norm. Zudem wurden unter dem Vorwand von Heilsversprechen Menschen missbraucht. Der gute Wille und die Sehnsucht nach Geborgenheit wurde ausgenutzt, um Interessen und Bedürfnisse von Einzelnen oder einer ganzen Institution zu befriedigen und zu fördern. Menschen wurden verletzt und blieben auf der Strecke. Religion hat - und das ist nicht nur im Christentum so - vielfältiges Leid verursacht und Menschen verletzt. Im Namen von Rechtgläubigkeit und dem Schutz der Gemeinschaft wurden Menschenrechte missachtet. Religionen stehen in der Gefahr, gerade weil sie Macht haben, diese auch auszuüben. Emil Wachter stellt einen Priester dar, wenn Menschenrechte verletzt werden.
Wir müssen uns bewusst sein, dass es immer wieder Menschen sind, die Religion für ihre Ziele einsetzen. Jede Religion muss sich fragen lassen, ob sie dem Wohl der Menschen dient. Menschenrecht und Menschenwürde müssen auch ein Kriterium für Religionen sein. Religionen dürfen nicht Handlanger der Mächtigen sein und deren Machterhalt gutheißen. Sie dürfen Menschen nicht verletzten, sondern müssen zum Heil führen.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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