Der Böse

Für uns moderne Menschen ist es schwerer nachvollziehbar, dass wir alles und jedes mit Personen gleichsetzen. Zwar ist unser Beziehungsleben und unser Alltag mit Personen geprägt, aber das sind eher diejenigen aus Fleisch und Blut. Andere Mächte, so es sie denn gibt, belegen wir zwar mit Namen, aber wir tun uns schwer, sie uns als Personen vorzustellen. Wir haben Begriffe beispielsweise für das Böse und wir können abstrakt darüber reden, aber mit dem Bösen als Person tun wir uns schwer. Wir können uns den Teufel vorstellen, aber das ist mehr eine Gestalt aus der Märchenwelt oder aus Horrorfilmen, als aus unserer alltäglichen Wirklichkeit. Hier denken wir nüchterner, als die Menschen früherer Zeiten. Für sie war der Teufel als das personifizierte Böse eine Wirklichkeit, ohne die das Leben nicht denkbar war. Der Teufel trat als großer Gegenspieler Gottes auf und versuchte, die Menschen zu verführen und vom rechten Weg abzubringen. Wer sich ihm anheimgab, der war verloren.
Wir denken heute anders. Wir können uns vieles, was geschieht, erklären. Wir reden auch vom Bösen, aber meinen damit eher das, was in einem Menschen steckt. Wir machen die Erfahrung, dass jeder Mensch zu Bösem in der Lage ist, dass es manchmal Zufälle sind, die es begünstigen oder verhindern. Dass wir in Katastrophen, in Krankheiten oder Unglücksfällen das Wirken des Teufels sehen, dieses Denken ist uns eher fremd. Auch Emil Wachter war ein Mensch der Moderne und hat sicherlich nicht anders gedacht. Er stellt aber den Teufel dar, wie er in der Apokalypse von Johannes in seinem tierischen Wesen beschrieben wird. Er sitzt an den Schalthebeln der Macht und dirigiert die Menschen. Von seinem Schreibtisch aus werden Menschen und Schicksale manipuliert. Wir sehen diese Darstellung beim Hauptausgang der Autobahnkirche. Er blickt jeden an! Das weist auf eine symbolische Deutung hin: »Achte darauf, wenn Du von hier weggehst, wem Du folgst. Das Böse könnte auch in Dir stecken, gib ihm nicht nach, sondern bleibe wachsam.«
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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