Der Böse

Für uns moderne Menschen ist es schwerer nachvollziehbar, dass wir alles und jedes mit Personen gleichsetzen. Zwar ist unser Beziehungsleben und unser Alltag mit Personen geprägt, aber das sind eher diejenigen aus Fleisch und Blut. Andere Mächte, so es sie denn gibt, belegen wir zwar mit Namen, aber wir tun uns schwer, sie uns als Personen vorzustellen. Wir haben Begriffe beispielsweise für das Böse und wir können abstrakt darüber reden, aber mit dem Bösen als Person tun wir uns schwer. Wir können uns den Teufel vorstellen, aber das ist mehr eine Gestalt aus der Märchenwelt oder aus Horrorfilmen, als aus unserer alltäglichen Wirklichkeit. Hier denken wir nüchterner, als die Menschen früherer Zeiten. Für sie war der Teufel als das personifizierte Böse eine Wirklichkeit, ohne die das Leben nicht denkbar war. Der Teufel trat als großer Gegenspieler Gottes auf und versuchte, die Menschen zu verführen und vom rechten Weg abzubringen. Wer sich ihm anheimgab, der war verloren.
Wir denken heute anders. Wir können uns vieles, was geschieht, erklären. Wir reden auch vom Bösen, aber meinen damit eher das, was in einem Menschen steckt. Wir machen die Erfahrung, dass jeder Mensch zu Bösem in der Lage ist, dass es manchmal Zufälle sind, die es begünstigen oder verhindern. Dass wir in Katastrophen, in Krankheiten oder Unglücksfällen das Wirken des Teufels sehen, dieses Denken ist uns eher fremd. Auch Emil Wachter war ein Mensch der Moderne und hat sicherlich nicht anders gedacht. Er stellt aber den Teufel dar, wie er in der Apokalypse von Johannes in seinem tierischen Wesen beschrieben wird. Er sitzt an den Schalthebeln der Macht und dirigiert die Menschen. Von seinem Schreibtisch aus werden Menschen und Schicksale manipuliert. Wir sehen diese Darstellung beim Hauptausgang der Autobahnkirche. Er blickt jeden an! Das weist auf eine symbolische Deutung hin: »Achte darauf, wenn Du von hier weggehst, wem Du folgst. Das Böse könnte auch in Dir stecken, gib ihm nicht nach, sondern bleibe wachsam.«
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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