In den Himmel entrückt

In der Religionsgeschichte taucht das Motiv der Entrückung in den Himmel immer wieder auf. Es ist eine besondere Auszeichnung für diejenigen, die sich um die Sache verdient gemacht haben. Manchmal erscheinen diese Personen als Sternbilder wieder, oft sitzen sie unsterblich im Kreis der Götter im Himmel. Im jüdisch-christlichen Kulturkreis werden sie in den Himmel aufgenommen und zwar bei lebendigem Leib, so dass ihre Existenz auf einer anderen Ebene fortdauert.
Der Prophet Elia ist einer der wenigen, von dem das berichtet wird. Er geht mit seinen Schülern zum Jordan und nimmt, nachdem er mit seinem Mantel das Wasser geteilt hat, nur Elischa mit auf die andere Seite hinüber. Dort verabschiedet er sich von Elischa: »Während sie miteinander gingen und redeten, erschien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden und trennte beide voneinander. Elija fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor.« (2 Könige 2,11) Ab diesem Moment gilt Elia als verschwunden. Sein Leichnam wird nie gefunden und seine Nachfolger trauern auch nicht um ihn. Folglich, so die Legende, wurde er lebendig in den Himmel aufgenommen. In der jüdischen Welt wird seine Wiederkunft als Vorläufer des Messias erwartet.
Eine wunderbare Erzählung, die für uns moderne Menschen schwer nachvollziehbar ist. Ob wir dabei auch an die Himmelfahrt Jesu oder die leibhaftige Aufnahme Mariens in den Himmel denken, immer kommen uns Zweifel an der Darstellung eines solchen Geschehens.
Das ist berechtigt, und doch haben Geschichten eine wichtige Erkenntnis für uns. Wenn ein Mensch lebendig in den Himmel aufgenommen ist, dann haben wir durch ihn eine lebendige Verbindung zu Gott. Sie treten als Mittler zwischen Gott und den Menschen auf. Sie festigen die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Diese Erzählungen sind Heilsgeschichten, weil sie zeigen, was jede und jeder von uns erreichen kann: Ganz bei Gott sein, so lebendig, wie er oder sie jetzt ist.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Der ausgebrannte Prophet

Der Prophet Elia kann nicht mehr, er ist lebensmüde, ausgelaugt. Er ist mit seinem Auftrag an die Grenzen gegangen und ist ausgebrannt. Der Tod ist der einzige Ausweg, den er für sich noch sieht. So provoziert er seine Ermordung, er kann sich nicht selbst töten. Durch seine prophetische Tätigkeit hat er sich unbeliebt gemacht und viel Unmut auf sich gezogen. Aber was ist aus seinem Selbstvertrauen geworden? Elia ist immer sehr selbstbewusst aufgetreten und hat sich gegen König Ahab, Königin Isebel und die Priesterschaft am Tempel gestellt. Er war sich bewusst, dass er den Finger in offene Wunden legen wird und er hat das ja auch getan. Er wurde deshalb verfolgt, erhielt Morddrohungen, wurde gesellschaftlich geächtet. Nach heutigen Maßstäben ein Mobbing-Opfer par excellence. Aber das hatte er sich ja selbst zuzuschreiben. Jetzt wurde es ihm aber zuviel. Er will nur noch sterben. 
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