Achtsamen

Das Mandala gehört zu den Motiven, die uns zur Achtsamkeit einladen. In der Bilderwelt der Autobahnkirche finden wir mehrere, die Emil Wachter gestaltet hat. Ein sehr großes sehen wir am Abrahamstor. Dieses Mandala hilft uns, den Blick auf das Wesentliche, auf die Mitte hin zu fokussieren. Die Struktur, die sich ständig wiederholt, wird zur Mitte hin wie bei einem Fraktal immer feiner, bleibt aber erkennbar. Wenn wir Achtsamkeit praktizieren, ein Begriff, in dem sich heute viele spirituelle Praktiken zusammenfassen lassen, dann tun wir das Gleiche. Wir lernen, unseren eigenen Mittelpunkt zu finden und uns auf das Wesentliche in unserem Leben zu konzentrieren.
Achtsamkeit wird so zu der religiösen oder spirituellen Praxis schlechthin. Und wie oft wird in der Literatur dazu aufgefordert, Achtsamkeit zu entwickeln und zu fördern, in ihr finden wir derzeit das Allheilmittel gegen die Gefahren für Leib und Seele, die uns modernen Menschen drohen. Diese Sichtweise ist nicht falsch. Früher haben die Religionen ihre Anhängerinnen und Anhänger aufgefordert, ein moralisch einwandfreies Leben zu führen. Was als richtig galt, wurde von der jeweiligen Theologie festgelegt. Und wer diesen Forderungen nicht entsprochen hatte, lief Gefahr, gesellschaftlich geächtet und ausgegrenzt oder im Schlimmsten Fall getötet zu werden. Davon sind wir heute glücklicherweise weit entfernt. Doch der Begriff Achtsamkeit oder die Aufforderung achtsam zu sein, gewinnt eine ähnlich starke Bedeutung wie früher die Moral. Und da sehe ich eine große Gefahr. Durch die Moralisierung wurde die Religion immer mehr ins Äußere, ins Sichtbare verlagert. Ähnliches geschieht jetzt schon mit der Achtsamkeit.
Wenn Du den Anschein erweckst, achtsam zu sein, dann reicht das aus. Doch das ist zu wenig. So wenig wir Gut-Sein auf Moral beschränken können, so wenig können wir Achtsamkeit auf den äußeren Schein reduzieren. Es ist die Haltung gefragt. Und da reicht es auch nicht aus, nur achtsam zu sein, sondern wir können sie uns ganz zu eigen machen, indem wir sie ganz und gar praktizieren, wenn wir sie tun. Und das drückt das Verb am besten aus: Wir achtsamen!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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