Schau hin und handle

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Wer über die Nordseite die Autobahnkirche betritt, öffnet das Portal mit einem Griff, auf dem zwei Augen und eine Hand abgebildet sind. Es ist eine Aufforderung hinzuschauen und tätig zu werden. In unserer Zeit beschränken wir uns allzu oft auf das Sehen. Durch die modernen Medien sind wir in der guten Lage, dass wir ganz viel sehen und erleben können. Wir bekommen in kürzester Zeit alles mit, was auf der Erde und um uns herum passiert. Wir sind rundherum informiert und können von der gemütlichen Couch aus auf den Bildschirm blicken und sehen, wie an anderen Orten Menschen mit einer Katastrophe kämpfen, wie sie vor Waffengewalt fliehen, wie sie sich gegen Unterdrücker und Ungerechtigkeit wehren oder wie sie mit Waffen ermordet werden. Wir können das alles sehen.
Das Schlimme dabei ist, dass wir uns an diese Bilder gewöhnen, wir sehnen uns fast schon nach dieser Art von Nachrichten und lassen sie in unser Bewusstsein einsinken. Wir merken dabei kaum, wie wir diese Bilder brauchen, um gut unterhalten zu sein. Der Schrecken, so lange er uns nicht selber trifft, ist gut zu ertragen. Wenn es gar zu schlimm wird, kann ich ja den Kanal wechseln. Wir werden aber auch lethargisch. Wir können nicht eingreifen, wir sind ohnmächtig. Das, was geschieht, geschieht. Ich kann es nicht ändern, geschweige denn verhindern. Wir glauben, dass wir so vieles tun können und merken doch, wie sehr uns die Hände gebunden sind.
Das Bild an der Elia-Tür sagt uns etwas anderes. Es fordert auf, richtig hinzuschauen. Wir sollen das, was passiert, im besten Sinn des Wortes wahrnehmen. Das, was geschieht, ist die Wirklichkeit, die uns herausfordert, der wir uns stellen müssen.
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Wenn Du es wahrgenommen hast, dann nutze deine Hände. Nicht, um damit die Augen zu verschließen oder sie in den Schoß zu legen. sondern um aktiv zu werden. Wie kann ich mit meinen begrenzten Möglichkeiten aktiv werden, um Leid und Unglück zu verhindern oder um die Lebenssituation von Menschen zu verändern. Nicht umsonst stehen diese beiden Motive an einer Kirchentür. Wer diese Tür öffnet, soll mit offenen Augen und tätigen Händen in der Welt leben und hier eintreten.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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