Das Ungeheuer der Moderne

Wer auf die Autobahnkirche zuläuft, dem sticht es sofort ins Auge. Riesengroß steht es dem Betrachtenden des Noah-Turmes gegenüber. Ein rätselhaftes Monstrum schaut einen an, statt eines Kopfes sieht man ein Auto, technische Gerätschaften bilden seine Organe, in den Händen hält es Autoteile und Werkzeuge. Es steht auf einem Autotransporter. Emil Wachter sieht darin ein Mahnmal der Moderne. Es ist der Mensch, der sich ganz und gar der Technik und der Industrie ausliefert. Er verliert alle Menschlichkeit und passt sich ganz in die Welt der Produktion und technischer Abläufe ein. Das Denken wird von Maschinen gesteuert, namentlich hier an der Autobahn von einem Auto und der notwendigen Industrie. Alles passt sich dem an.
Wo ist der Geist zu finden. Wo denkt der moderne Mensch? Zumindest sein Gesicht ist am Ort der Geschlechtsteile. Industrie, Technik und Sex, das sind die Götter der modernen Zeit. Damit werden auch die Werte bestimmt, die die Menschen leiten sollen. Keine Menschlichkeit, nichts von dem was uns eigentlich ausmacht. Ein Geheimnis, das uns umgibt und in dem wir leben, gibt es nicht. Dieses Monstrum ist umgeben von Technik und Menschen, die in den Dienst dieser Technik genommen sind. Gibt es ein Hoffnungszeichen? Vielleicht durch den Ort, an dem dieses Monstrum steht, am Noah-Turm? Die Flut, die die Erde heimsucht, reicht ihm zumindest bis an die Knie.
Wenn das die Aussicht für den Menschen ist, dann kann man nur darauf hoffen, dass die steigende Flut zu einem Umdenken führt. Es gibt noch ein anderes Hoffnungszeichen: Wenn man auf diese Gestalt zugeht, dann muss man auch an ihr vorbei, wenn man in die Kirche gelangen will. Es ist der Weg, den man geht. Das Ziel ist eben nicht dieses Monstrum, sondern die Kirche als Ort, an dem man zu sich selbst und in Verbindung mit seinen Quellen kommt. Hoffentlich geht man weiter, lässt sich nicht abschrecken und bleibt nicht beim Ungeheuer der Moderne stehen!
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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