Anders heimkehren

In der Erzählung vom Besuch der Weisen aus dem Morgenland im Matthäus-Evangelium begegnen wir genaugenommen Menschen, die aus unserer Zeit stammen können. Sie können es sich leisten, die halbe Welt zu durchqueren, um eine Beobachtung, die sie gemacht haben, zu überprüfen. Sie schließen aufgrund einer besonderen Sternenkonstellation darauf, dass in Judäa ein neuer, großer König geboren sei. Ihm wollen sie ihre Aufwartung machen und für ihn nehmen sie viele Mühen auf sich. Schließlich kommen sie am Ziel an und finden ihre Vermutung bestätigt, aber nicht so, wie gedacht, denn der König wird nicht im Palast in Jerusalem sondern in der Kleinstadt Bethlehem in einem unscheinbaren Haus geboren. Sie kommen an ihr Ziel und sind zufrieden.
Im Traum wird ihnen geraten, so erzählt es Matthäus in seinem Evangelium, dass sie nicht nach Jerusalem zu Herodes zurückkehren, sondern für den Heimweg eine andere Route wählen sollen. Im Evangelium geht es vordergründig darum, dass das Kind nicht in Gefahr gebracht werden soll. Doch für die Weisen hat sich etwas verändert. Sie können gar nicht mehr so zurückkehren, wie sie losgegangen sind. Es ist die Erfahrung vom Reisen, dass man sich dabei verändert, sei es durch die Eindrücke oder Erlebnisse, sei es durch die Zeit, die man an einem anderen Ort verbracht hat.
Für die Weisen hat sich eine grundlegende Verheißung erfüllt: Sie haben gesehen, dass Gott eingreift und dass sich das Gesicht der Welt verändern wird. So tragen sie dieser Veränderung in ihrem Leben Rechnung. Sie haben sich verändert, sie sind auf ihrer Reise andere Menschen geworden. Was liegt dann näher, als dass sie auf einem anderen Weg heimkehren müssen, weil sie nicht mehr den gleichen Weg gehen können. Sie sind anders geworden und ihr Weg ist es auch. Die Weisen aus dem Morgenland ermutigen uns, uns selbst aufzumachen, auch mit dem Risiko, dass wir einen anderen Heimweg gehen müssen und uns verändern werden.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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