Alles nur die Schuld von Eva?

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Die Erzählung vom Sündenfall aus dem Buch Genesis hat im Verlauf der Geschichte viel Unheil angerichtet. Mit dieser Geschichte wurde begründet, warum die Frau dem Manne untergeordnet sei und dass sie den Adam zum Übertreten des göttlichen Gebotes animiert hätte. Auch dass die Frau einen schwachen Charakter hätte und damit den Einflüsterungen des Bösen viel leichter erliegen würde als der Mann. All das ist natürlich Unsinn und kann heute nicht mehr ernsthaft behauptet werden. Solche Deutungen haben dazu beigetragen, dass es hauptsächlich Frauen waren, die während der Hexenverfolgungen grausam gefoltert und ermordet wurden. Es liegt aber in der Natur von solchen Geschichten, dass sie auf diese Weise im kollektiven Gedächtnis bleiben und wider besseres Wissen immer wieder weitergegeben werden.
In der Erzählung des Buches Genesis ist es das erste Menschenpaar, das gemeinsam entscheidet, sich über das göttliche Verbot, von den Früchten des Baumes des Lebens zu essen, zusetzen. Beide erkannten sich als nackt und müssen miteinander die Folgen der Vertreibung aus dem Paradies ertragen. Diese Geschichte wurde ursprünglich erzählt, um zu erklären, warum die Menschen unter schwierigen Bedingungen leben müssen, warum es Schmerz, Leid und Tod gibt, und warum auch am Beginn eines neuen Lebens so viel Schmerz steht.
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Sicher lassen sich in der Paradieseserzählung patriarchale Strukturen finden, so wird Eva als Gehilfin des Mannes bezeichnet und aus seiner Rippe geschaffen, nicht aus Ackerboden wie bei Adam. Aber das geht ohne Schuldzuschreibungen zu. Ein Denken aber, das mit Schuld arbeitet und diese fast ausschließlich den Frauen zuschreibt, können wir heute getrost beiseite lassen. Es muss uns aber bewusst sein, dass es immer noch präsent ist. Deshalb müssen wir darauf achten, wie wir diese Geschichte erzählen.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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