An der Spielkonsole

Bei manchen Darstellungen in der Autobahnkirche wundert man sich, wie weit Emil Wachter die Zukunft vorausgesehen hat. Einige Bilder kann man so deuten, als wären sie für unsere Zeit geschaffen und nicht schon vor über 40 Jahren entstanden. So auch das Tier aus der Offenbarung, das am Schreibtisch sitzt und den Untergang der Welt nicht nur plant sondern auch durchführt. Auch schon in den späten siebziger Jahren war man sich darüber bewusst, dass das Töten im Krieg nicht mehr direkt geschieht, sondern dass man tötet, indem man Maschinen bedient. Es reichte auch damals, einen kleinen Knopf zu drücken, um die Erde zu zerstören und die Menschheit auszulöschen. Heute ist das noch viel umfassender. Auf der einen Seite der Welt sitzen Menschen an Konsolen und steuern die Drohnen und Raketen, die auf der anderen Seite der Erdkugel Menschen töten. Der moderne Krieg, der mit Drohnen geführt wird, ähnelt für denjenigen, der sie steuert, einem Computerspiel.
Man sieht auf einem Bildschirm eine Landschaft, Häuser mit Menschen, aber man kann sich vorstellen, dass all das gar nicht real ist, sondern der Welt in einem Computerspiel ähnelt. Man steuert an der Konsole seine Spielfiguren, setzt seine Waffen ein, verfolgt seine Strategie und hat möglicherweise Erfolg. Es ist wie ein Spiel zum Zeitvertreib. Hinterher geht man seiner normalen Beschäftigung nach, als wäre nichts gewesen. Aber das ist kein Computerspiel. Das, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, das sind wirkliche Menschen, das sind wirkliche Häuser, das sind reale Landschaften. Und auch das, was als Flammenball sichtbar ist, das sind wirkliche Explosionen, die Zerstörung und Tod mit sich bringen.
Dieser Krieg ist Wirklichkeit, das, was spielerisch erscheint, geschieht an lebenden Menschen. Im Gegensatz zu einem Computerspiel hat der Spieler seine Chance, den in fast jedem Computerspiel, scheitert der Avatar, mit dem ich spiele, an der ihm gestellten Aufgabe. Er hat eigentlich keine Chance. Irgendwann bekomme ich die Meldung: »Du bist tot!« Beim Drohnenkrieg lautet diese: »Auftrag ausgeführt!« Der Mensch, der als Ziel ausgewählt wurde, hatte keine Chance!
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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