Mit Vollmacht sprechen

Neben dem Pfingstbild in der Krypta der Autobahnkirche sehen wir einen Petrus, der entschlossen ist. Er spricht von Herzen, er weiß, dass er etwas zu sagen hat. Und er tut das auch. Er ist ganz bei der Sache und spricht mit ganzem Körpereinsatz. Sein Gesichtsausdruck lässt keinen Zweifel daran, dass seine Botschaft für ihn die Rettung bedeutet und für die Welt wichtig ist. So predigt er vor den Volksmassen und verkündet den auferstandenen Christus. Es hat gedauert, bis Petrus so entschlossen auftreten konnte. Es gibt einige Darstellungen in der Autobahnkirche, wo er ganz andere Seiten von sich zeigt. Hier stellt ihn Emil Wachter aber als einen dar, der sich einer Botschaft verpflichtet weiß, der voll und ganz überzeugt ist. Wahrscheinlich kann er das nur sein, weil er durch alle Zweifel hindurch gegangen ist, den Zweifel an Jesus und Gott, den dieser verkündet hat, aber auch Zweifel an sich selbst und seinen Möglichkeiten.
Im Ersten und Zweiten Testament treten immer wieder Menschen wie Petrus auf, die beides kennen, unverrückbare Überzeugung und tiefe Zweifel. Es sind diese Gestalten, die für uns heute besonders wichtig sind, weil wir uns da mit der zweifelnden und suchenden Seite identifizieren können. Wir sind verunsichert und müssen jeden Tag neu eine Antwort finden. Wir spüren, dass die alten Antworten nicht mehr tragen. Petrus ist durch beides hindurchgegangen. Seine Zweifel sind nicht weggewischt, aber er schöpft daraus die Kraft, das zu sagen, worauf es ihm ankommt. Diesen Menschen wird dann zugesprochen, dass sie mit Vollmacht sprechen. Sie sind eins mit dem, was sie sagen, man nimmt es ihnen ab. Ihr Wort hat Gewicht, es sind starke Worte, die sie sagen, weil sie Menschen verändern können.
Es wird von Propheten gesagt, dass sie mit Vollmacht gesprochen haben, ebenso von Johannes und Jesus. Die Apostel gehören auch dazu. Doch die Linie endet nicht mit ihnen. Es sind in der Vergangenheit immer wieder Menschen mit Vollmacht aufgetreten. Sie haben vollmächtig gesprochen und die Herzen ihrer Zuhörer und Leser erreicht. Ihnen hat man es abgenommen, dass sie es ernst gemeint haben, gerade dann, wenn man auch ihre Zweifel gesehen hat. Es wäre schön, wenn wir diese Reihe fortsetzen und selbst zu Menschen werden, die zweifeln und vollmächtig sprechen.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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