Es ist sehr gut

Die Vignette auf der unteren der beiden Glocken im Glockenturm der Autobahnkirche zeigt das Auge Gottes, das auf die Schöpfung blickt. Im Buch Genesis wird dieser Blick Gottes mehrfach beschrieben: »Gott sah, dass es gut war.« Am Ende des sechsten Schöpfungstages, als alles vollendet wurde wir der Kommentar noch deutlicher: »Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut.« (Gen 1,31) Das ist das Urteil Gottes über die gesamte Schöpfung, den gesamten Kosmos, mit allem, was ihn erfüllt. Ganz gleich ob es belebte oder unbelebte Natur ist, ob Leben Intelligenz oder keine Intelligenz hat. Alles ist in den Augen Gottes sehr gut. Die Schöpfung ist gut gelungen. Und dieses Selbstlob wird vom Verfasser des Schöpfungsliedes Gott in den Mund gelegt. Es ist sehr gut, und damit haben wir auch eine Möglichkeit, wie wir auf die Schöpfung schauen können.
Sie erscheint uns nicht immer gut, im Gegenteil erleben wir auch, dass sich die Natur gegen das Leben oder gegen das wendet, was wir Menschen uns aufgebaut haben. In Naturkatastrophen sehen wir den Schrecken und das Leid, das durch die Natur verursacht wird. Das lässt uns oft an der ganzen Schöpfung zweifeln und daran, dass sie aus der Hand eines liebenden Gottes kommen kann. Emil Wachter geht einen anderen Weg. Er kennt auch das Leid, das in der Schöpfung liegt, aber er sieht über allem das Auge Gottes, das darüber wacht. Dieses Auge wird zu einem der vielen Bilder von Gott. Es ist kein Auge, das alles kontrolliert und bewacht, dem nichts entgeht, sondern es ist der wohlwollende Blick Gottes, der allem Lebendigen und Toten gilt. Von Gott angeschaut zu werden ist in der jüdisch-christlichen Tradition kein Schreckensbild, sondern ein Segenzeichen.
Was Gott sieht, das steht unter dem Segen, das ist gesegnet. Wohin Gott blickt, ist Heil und Frieden. Je mehr wir uns als Gesegnete, als unter dem Blick Gottes Lebende erfahren, umso selbstbewusster können wir unser Leben in die Hand nehmen Wir leben im wahrsten Sinne des Wortes im Augenblick Gottes. Wir wissen uns als Geschöpfe von etwas Höherem geschaffen. Wir sind von Gott gesegnet. Also kann man nicht nur sagen »Alles ist gut!«, sondern »Alles ist sehr gut!«
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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