Es ist ein Ros' entsprungen

Im Weihnachtsfenster der Autobahnkirche finden wir einige bekannte Motive wieder. Neben der Krippe, dem Esel, der heiligen Familie auf der Flucht finden wir eine sehr unscheinbare kleine Rose. Das ist eine Anspielung auf das Weihnachtslied »Es ist ein Ros’ entsprungen«. Dieses Lied gehört für uns ganz selbstverständlich zu Advent und Weihnachten. Es wird in diesem Rätsellied ein Hinweis auf Maria gegeben. Es verweist auf die Geburt von Jesus, der aus dem Stammbaum Davids und damit von seinem Vater Jesse oder Isai kommt. Diese kleine Rose, die Emil Wachter im Fenster versteckt hat, so dass sie erst beim zweiten oder dritten Hinschauen auffällt, zeigt auch die Unscheinbarkeit der Geburt Jesu. Sie ist wie das Blühen einer Rose, das kommt ohne dass man etwas dafür tun kann, und ist so klein und wenig beachtenswert für die Zeitgenossen. Für sie kommt Jesus beiläufig zur Welt, ohne großen Rummel. Aber bei der Darstellung in der Autobahnkirche ist das Rot der Rose doch unübersehbar, bei schwarz der Stege und dem klarem Weiß des Glases kommt sie eben doch zum Vorschein.
»Und hat ein Blümlein bracht. Mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht.« Die Rose erblüht zur Unzeit, in der Nacht und im Winter. Auch das ist eine Anspielung auf diese sonderbare Geburt. Hier zeigen sich wieder die beiden Seiten des Geschehens. Klein und unwichtig, in armen Verhältnissen, dort, wo niemand es erwartet hatte, kommt der zur Welt, auf dem alle Hoffnungen ruhen. Und das zieht sich durch das Leben von Jesus hindurch. Es verlief anders als es vom Messias erwartet wurde. Er selbst hat die an ihn gestellten Erwartungen immer wieder enttäuscht.
Die kleine Rose im Geburtsfenster erinnert uns daran, dass wir unsere Erwartungen und Vorstellungen von Jesus und von Gott immer wieder auf den Prüfstand stellen. Entsprechen sie dem, was jetzt notwendig ist? Sollen wir nicht doch mit etwas ganz anderem rechnen? Unsere Vorstellungen von Weihnachten folgen meistens den vorgegebenen Bahnen, aber es kann doch auch ganz anders sein. Klein, zur Unzeit, unerwartet. Warum nicht?
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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