Sieben Flammen

Die christliche Überlieferung ist nicht vom Himmel gefallen. Sie steht auf dem Fundament des Judentums. Als Zeichen für diese Verbindung hat Emil Wachter, der sich dem ersten Testament sehr verbunden wusste, eines der wichtigsten Symbole des Judentums in die Fensterfront Richtung Westen eingegliedert. Die Menora, der siebenarmige Leuchter, steht für den Bund, den Gott mit Israel geschlossen hat und der immer noch gültig ist. Ursprünglich war es ein Leuchter, der auf Anweisung Gottes im Heiligtum, das mit dem Volk durch die Wüste gezogen ist, geschaffen wurde. Auf sieben Armen sollten eine oder mehrere Kerzen leuchten, die dem Heiligtum Licht spendeten und von der Gegenwart Gottes erzählten. Es sind die sieben Flammen, die brennen und sagen, dass Gott weiterhin zu seinem Volk und zu seinem Bund steht. Der zweite Bund, auf den sich die Christen berufen, ersetzt den ersten nicht. Er stellt eine Fortschreibung dar. Hier in der Autobahnkirche wird dieser Zusammenhang offensichtlich.
Wir machen uns heute bewusst, dass es ohne den Bundesschluss Gottes mit Abraham, Isaak und Jakob, mit dem Volk Israel am Sinai und Horeb und mit Propheten durch die Jahrhunderte hindurch keine christliche Botschaft geben würde. Die sieben Flammen der Menora stehen für die Zeiten und Menschen, die den Bund aufrecht erhalten haben und dafür gesorgt haben, dass auch wir daran teilhaben können. Wir sind aufgerufen, das Feuer weiterzugeben, gemeinsam mit dem jüdischen Volk. Doch bevor wir daran denken können, es an die nächste Generation zu übergeben, müssen wir unsere
schützende Hand über diesen Bund und die sieben Flammen halten. So verstehe ich die Hand, die von links oben in das Bild hineinragt. Wenn es uns nicht gelingt, dieses Feuer zu schützen, dann brauchen wir es auch nicht weitergeben. Dabei ist nicht nur die christliche Botschaft wichtig, sondern dazu gehören auch die Flammen, die wir vom Judentum her kennen. Sie sind ein wesentlicher Teil unserer Überlieferung. Es steht uns gut an, diesen Teil nicht zu vergessen, sondern auch lebendig zu halten, dass dieses Feuer durch die Zeiten hindurch brennen kann, wie das der christlichen Verkündigung!
 
 
 
 
 
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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