Der Thronsaal Gottes

Der Himmel als Wohnstatt Gottes hat die Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Man versuchte, sich das Unvorstellbare vorzustellen und es finden sich Beschreibungen davon nicht nur in der Bibel. Der Prophet Jesaja hat eine Vision, in der er den Thron Gottes sieht: »Im Todesjahr des Königs Usija, da sah ich den Herrn auf einem hohen und erhabenen Thron sitzen und die Säume seines Gewandes füllten den Tempel aus.« (Jes 6,1) Diese Vision hat eine Dimension, die Jesaja erschaudern lässt. Wie groß muss Gott sein, dass der Saum seines Gewandes den in damaliger Zeit riesigen Tempel von Jerusalem ausfüllt? Gott selbst hat nicht im Tempel Platz genommen, sein Thron ist hoch erhaben. Aber der Tempel dient als Verbindung zum himmlischen Thronsaal.
In der Autobahnkirche hat Emil Wachter in den Fenstern der Nordseite den Thron Gottes dargestellt, weil er Gott selbst nicht zeigen wollte oder konnte. Dieser Thron ist leer, wir sehen Gott nicht und wissen deshalb auch nicht, ob Gott jetzt darauf Platz genommen hat oder nicht. Aber das ist zweitrangig. Wichtig ist die Vision von Jesaja, in der er die Verbindung zwischen Himmel und Tempel herstellt. Ganz gleich, wo der Thron Gottes steht, das äußerste Zeichen der Herrschaft, das Königsgewand reicht bis in den Tempel, der Saum füllt schon alles aus. Wenn man sich dieses Gewand als weit und wallend vorstellt, mit einer langen Schleppe, dann wird diese Vorstellung noch grandioser. Aber auch das ist nicht o wichtig, denn auch die schiere Größe ist endlich und wird Gott doch nicht gerecht. Das entscheidende Wort bei Jesaja ist »füllen«. Der Tempel ist ausgefüllt von Gott und der Gottesherrschaft.
Der Tempel ist der Ort, an dem Gott auf die Erde kommt. Hier wird die Verbindung zwischen Gott und Menschen geschaffen. Wir haben heute die Vorstellung, dass wir Gott überall begegnen können. Und das ist gut so! Doch in die Autobahnkirche wie auch in viele andere Kirchen kommen immer wieder Menschen, weil sie ganz bewusst diesen Kontakt zum Himmel, zur Welt Gottes suchen. Und auch das ist gut so. Wir brauchen diese äußerlichen Zeichen, damit wir das Geheimnisvolle, das Gott ist, denken können. Wenn die Autobahnkirche mit ihrem Gelände und jedes andere Gotteshaus vom Saum des Gewandes Gottes ausgefüllt ist, dann können wir uns Gott nahe fühlen.
 
 
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
Facebook Like-Box
 Social-Media-Inhalte aktivieren
Schott Messbuch
Sonn- und Feiertagsgeläut
Meldungen der Erzdiözese
Aktuelles
Pfingstmontag, 25. Mai 2026
Hier können Sie sich den Meldebogen für das  "Buch der Verkehrstoten" herunterladen und uns zusenden.