Wann bist du eigentlich daheim?

Es ist einer der am häufigsten Begriffe, die in der politischen Diskussion derzeit verwendet werden, und einer der schwierigsten. Es geht um die »Heimat«. Was verbinden wir damit? Sicherlich ganz viel Gefühle und ein großes Maß an Erinnerungen an die Kindheit. Wir träumen von einer vertrauten Lebensweise und trauern einer Zeit nach, die unwiederbringlich vorbei ist. Was ist Heimat? Es gibt die kleine Antwort, wenn wir danach fragen, wo wir »daheim« sind. Wir nennen dann ein Haus oder eine Wohnung, die unser zuhause ist oder einen Ort, an dem wir leben. Wir beziehen uns auf Gebäude wie das in der Krypta der Autobahnkirche. Die Frage nach dem »Daheim« ist doch nicht so einfach zu beantworten. Wir sagen dann gerne, dass wir dort daheim sind, wo mein Bett steht, oder dort, wo meine Lieben wohnen. Doch so ganz greift auch diese Lösung nicht. Wir stehen immer wieder vor der Frage wo unsere Heimat ist und wo wir daheim sind. Es ist eine Frage, die wir nicht nur heute stellen, sondern, die immer wieder in der Menschheitsgeschichte aufgetaucht ist.
Die Mystiker haben versucht, eine andere Antwort zu finden »Daheim« ist nicht außen. Außerhalb von uns gibt es keine Heimat, denn sind wir alle aus unserer Heimat vertrieben. Meister Eckhart sagt: »Wer die ewige Weisheit des Vaters hören soll, der muss innen sein und muss daheim sein und muss Eins sein, dann kann er hören die ewige Weisheit des Vaters.« Es ist ein Thema, das er immer wieder anspricht. Wenn wir von daheim und Heimat reden, dann nur so, dass wir diese in uns finden. Wir gehen in uns und kehren gleichsam heim. Ich bin in meiner Seele daheim, ich bin dort daheim, wo Gott auf mich wartet. So eines der Lieblingsbilder, die Meister Eckhart immer wieder verwendet. Ich trage ich die Heimat immer in mir.
Tragisch ist nur, dass wir uns dessen kaum bewusst, sondern am Außen orientiert sind. Dann muss die Frage erlaubt sein, warum wir nicht daheim sind, warum wir so oft nur unterwegs sind und das Naheliegende nicht sehen. Natürlich müssen wir auch eine Antwort finden, wenn wir fragen, wie dieses Zuhause aussieht, wie ich es erkennen kann. Der erste Schritt ist aber, dass ich weiß, wo ich suchen muss. Sich auf den Weg nach innen zu machen, ist der Weg nach Hause, so komme ich heim.
 
 
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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