Messerscharf argumentiert

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In der Geheimen Offenbarung des Johannes ist ein Menschensohn beschrieben, der in der Endzeit kommen soll. Ein wichtiges Kennzeichen sind die Attribute, an denen man ihn erkennt. »Er hielt sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Mund kam ein scharfes, beidseitig geschliffenes Schwert. Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne am Mittag.« (Offenbarung 1,16) Das Schwert, das aus dem Mund kommt, ist ein Bild, das seither immer wieder bemüht wird, wenn es darum geht, Gespräche zu beurteilen. Wie oft wird da mit »scharfer Klinge« argumentiert, wie oft das »feine Florett« oder das »grobe, aber scharfe Schwert« herausgezogen. Das Gespräch gilt heute als neue und angemessene Form der Konfliktlösung herangezogen, anstelle des (Schwert-)Kampfes, der früher darum geführt wurde, wer Recht hat.
Es ist ein Fortschritt, dass wir Konflikte nicht mehr mit Gewalt lösen. Wir haben gelernt, den Dialog einem offen ausgetragenen Kampf vorzuziehen. Doch wenn man genauer hinschaut, dann wird heute kaum mehr um die besseren Argumente gerungenen, sondern darum, Recht zu behalten. Dabei wird mit der Sprache verletzt, sicherlich nicht gleich mit tödlichen Folgen, aber doch so, dass Menschen darunter leiden, sozial ausgegrenzt und diskriminiert werden. Das Schwert, das aus dem Mund kommt, ist genauso mächtig und verletzend wie das, das mit der Hand geführt wird. Wir müssen neu überlegen, wie wir Sprache einsetzen.
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Dient sie lediglich dazu, den offenen Krieg zu verhindern oder werden damit neue Türen geöffnet? Es kommt heute darauf an, eine neue Kultur des Gesprächs zu finden, die weniger kampf- sondern eher konsensorientiert ist. Solange wir Bilder verwenden, die den gewalttätigen Kampf zum Vorbild haben, wird das Ergebnis immer Sieger und Verlierer produzieren. Der Kern der christlichen Verkündigung lehrt uns etwas anderes. Es ist die Liebe, die Menschen zusammenbringt. Da hilft uns die Sprache, nicht der Kampf, der entzweit.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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