Satan ist endgültig besiegt

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Die Schlange, das Sinnbild für Satan und das Böse, taucht im Bildwerk der Autobahnkirche des öfteren auf. Emil Wachter hat den Teufel in Gestalt der Schlange immer wieder eingesetzt, um die Bedrohung durch das Böse zu demonstrieren und um zu zeigen, wie sehr unsere Welt in der Gefahr steht, der Versuchung durch das Böse zu erliegen. Am Freikreuz hinter der Kirche taucht die Schlange Satan in anderer Funktion auf. Er hat keine Machtmehr, denn Satan ist besiegt. Er wird durch das Kreuz niedergehalten. In Verrenkungen wehrt er sich noch gegen seine Niederlage, aber sie ist unausweichlich und sein Kampf vergeblich. »Jesus hat Satan am Kreuz besiegt«, so die Botschaft dieser Darstellung. Aber damit nicht genug. Das Böse bekommt eine neue Funktion. Auch hier zitiert Emil Wachter ein uraltes Motiv, das sich schon in gotischen Kirchen zeigt. Satan wird in Dienst genommen und muss jetzt das Kreuz tragen. Das Zeichen der Erlösung vom Bösen wird vom Bösen selbst getragen. Ja, die Erlösung geschieht auf dem Rücken des Teufels! Diese Sichtweise passt noch in das Bild, in dem der Tod Jesu als Sühnetat gesehen wird und das Böse, das mit der Ursünde begonnen hat, ausgelöscht ist.
Man kann in anderer Deutung den Tod Jesu als Tod eines Gerechten sehen, als einer, der für seine Überzeugung gestorben ist, ein Prophet, der seine Botschaft bis in die letzte Konsequenz hinein vertreten. So sterben mit ihm alle, die zu Unrecht verurteilt wurden und werden. Alle, die für eine gerechte Welt eingestanden sind und mit Leben dafür bezahlt haben. Sie kommen auf dem Rücken des Bösen zu Tode. Es scheint, als sei das der letzte Triumph des Bösen.
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Das scheint aber nur so! Das Böse wird letzten Endes vernichtet. Sein scheinbarer Sieg wird zur großen Niederlage. Der Tod am Kreuz ist nicht das letzte Wort, das gesprochen wird, sondern es ist nur das Vorspiel für das Wichtigste der christlichen Verkündigung, die Auferstehung. Die Die Gerechtigkeit stirbt auf dem Rücken des Bösen und zerdrückt es gleichzeitig. Das ist das Ende des Todes und des Bösen, das Ende von Leiden und Ungerechtigkeit. Bis es so weit ist, ist es noch ein langer Weg und es wird leider noch viele Opfer geben, aber es ist der einzige Weg, der ins Leben führt. Können wir ihn gehen gegen das Böse?
 
 
 
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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