Wer im Glashaus sitzt

Häuser, die ganz aus Glas gebaut sind, gehören wohl zu den gefährdesten Gebäuden überhaupt. Sie können relativ leicht zerstört werden und bieten deshalb nur einen geringen Schutz. Wenn sie schon von außen so bedroht sind, dann sollte man sie nicht auch noch mutwillig von innen heraus gefährden. Das genau sagt das Sprichwort: »Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.« Diese Erkenntnis lässt sich auch auf unser spirituelles Leben übertragen, deshalb hat Emil Wachter in die Westfront der Fenster der Autobahnkirche auch Glashäuser eingefügt. Was könnte er damit meinen? Unser eigener Glaube ist gefährdet, immer wieder, und es sind oftmals Kleinigkeiten, die uns aus der Bahn werfen und unser mühsam errichtetes Gebäude zerstören. Meist sind wir es selbst, die mit Steinen werfen und dieses zerbrechliche Gebilde von innen heraus zerstören. Das ist unvermeidlich. Wir haben immer wieder Zweifel und müssen die auch pflegen. Wir hinterfragen das, was uns selbstverständlich überliefert wurde, und das wir lange Zeit nicht in Frage gestellt haben. Einmal ist es aber an der Zeit, diese Steine des Zweifels auszupacken und zu werfen.
Es fliegen auch Steine von außen auf unser Glaubensglashaus. Es sind die Herausforderungen und Anfragen, die uns verunsichern. Auf die Gefahr hin, dass ein mühsam aufgebautes Gebäude zusammenbricht, müssen wir diese Zweifel nähren. Es ist unerheblich, ob die Steine von außen gegen unser Haus fliegen oder ob wir selbst es sind, die von innen die Glaswände zerstören. Natürlich verlieren wir dann unser Haus, das scheinbar Geborgenheit und Schutz geboten hat. Wenn wir der Schutzlosigkeit preisgegeben sind, erleben wir unter Umständen etwas ganz Neues.
Wir sind beispielsweise der Unmittelbarkeit Gottes schutzlos ausgeliefert - und wir bleiben am Leben! Wir entdecken neue Seiten von uns, von unseren Mitmenschen, von der Natur und der Welt und von Gott. Daran wachsen wir und bauen ein neues Haus auf, auf das wir eine zeitlang vertrauen können. Irgendwann werden sich auch dessen Wände in zerbrechliche Glasscheiben verwandeln und sie werden aufs Neue zerstört. Nur wenn wir bereit sind, die Glashäuser, in denen wir scheinbar Schutz finden, zu zerstören, können wir wachsen und unserem Ziel näher kommen.
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Was willst du mitnehmen?

Vor der Fahrt in den Urlaub steht das Packen. Ob mit dem Auto oder Flugzeug, ob mit Bus oder Bahn, immer kann man nur begrenzt Dinge mitnehmen. Fragen nach der richtigen Kleidung, den notwendigen Schuhen, Regenschutz, Wasch- und Freizeitutensilien, vielleicht noch ein Buch. Ganz schnell hat man eine Grenze erreicht und muss sich entscheiden, was daheimbleiben muss und was ich mitnehmen kann. Wenn es den Urlaub betrifft, dann fällt die Entscheidung nicht gar so schwer, weil man spätestens nach ein paar Wochen wieder auf alles, was man zum Leben braucht, zurückgreifen kann. Da kann man gerne mal auf etwas verzichten. Ganz anders sieht es aus, wenn man seine Heimat verlassen muss. Was packe ich ein, wenn ich nur einen kleinen Koffer mitnehmen kann? Wie packe ich, wenn ich nur ein paar Minuten Zeit habe, um das Haus zu verlassen vor einer drohenden Katastrophe. Es bleibt kaum Zeit, eine Auswahl zu treffen. Das, was man zurücklässt, ist in der Regel verloren.  Ganz schlimm ist es, wenn man nur das retten kann, was man am Leib trägt. Man konnte nichts mehr packen, man hatte gar keine Entscheidungsmöglichkeit bekommen, sondern musste Hals über Kopf fliehen.
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