Rein und unschuldig

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Wer die Autobahnkirche betritt, geht direkt auf das Fenster zu, in dessen Mittelpunkt das Lamm steht. Es ist ein Bild aus der Offenbarung des Johannes. In dieser Erzählung ziehen alle Völker zum Lamm, um es anzubeten. Es steht für Jesus Christus. Das Lamm als schwaches Tier, das immer wieder den wilden Tieren zum Opfer fällt, schien ein gutes Sinnbild für das Leben und das Sterben Jesu Christi zu sein. In biblischen Zeiten waren es ja nicht nur die wilden Tiere, die den Lämmern nachsetzten, sondern unzählige religiöse Riten forderten das Opfern von Tieren, die eigentlich zum Lebensunterhalt gebraucht wurden. Mit dem Opfer, das möglichst unschuldig, makellos und rein sollte, versuchte man, die Gunst Gottes zu erlangen. Man gab etwas Wertvolles, um Gott gnädig zu stimmen. Jesus wird in der Tradition dieses reine und unschuldige Lamm, das geopfert wurde, damit Gott wieder mit den Menschen versöhnt ist. Jetzt steht dieses Opferlamm auf dem Altar und alle Völker kommen, um es anzubeten.
Im 21. Jahrhundert ist uns diese Bilderwelt und diese Sprache fremd. Wir haben eher das Gefühl, dass wir das Reine und Unschuldige, das Wehrlose und Schwache schützen müssen. Es steht uns nicht zu, sie für ein höheres Gut zu opfern. Wir glauben nicht mehr, dass wir Gott etwas geben müssen, damit wir im Blickfeld Gottes sind. Wir versuchen es zwar immer mal wieder, aber wir sehen auch, dass es nicht gelingt. Das was rein und unschuldig ist, darf nicht geopfert werden, wir müssen es schützen.
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Das sehen wir beispielsweise an unserem Umgang mit der Natur, die nichts für unsere Gier nach Rohstoffen und Energie kann und doch darunter leidet. Wir sehen es am Umgang mit Tieren, die zwar nicht mehr auf Altären geopfert als Zeichen der Dankbarkeit und unserer Verbindung mit Gott werden. Sie sterben für unsere Bequemlichkeit und für unseren Lebensstil. Kein Opfer im klassischen Sinn. Aber wir sind nicht besser als die, die Tiere geopfert haben, um sich mit Gott zu versöhnen, wir tun es damit es uns gut geht. So gesehen bekommt Jesus als Lamm eine ganz andere Bedeutung. Wir können uns neu aufmachen, ihn zu suchen. Was heißt es dann für uns, die mit Opfern nichts mehr anfangen können, wenn wir das Lamm »anbeten«?
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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