Meistens kommt es anders

Kaum eine biblische Gestalt versucht sich so sehr dem Anspruch Gottes zu widersetzen, wie der Prophet Jona. Wir sehen ihn am Abrahamstor dargestellt. Dort ist er der Wasserspender am Brunnen. Was macht diesen Propheten aus? Das kurze Buch Jona schildert in einer Parabel die Ereignisse. Jona erhält den Auftrag, der Stadt Ninive den Untergang anzukündigen, weil die Menschen dort nicht nach den Geboten Gottes leben. Jona weigert sich und flüchtet ans andere Ende der Welt. Dort kommt er aber nie an. Das Schiff, auf dem er flieht, gerät in einen lebensbedrohlichen Sturm, er bietet sich als Opfer an und wird ins Wasser geworfen, um Gott zu beruhigen. Ein großer Fisch nimmt ihn auf und spukt ihn an Land. Jetzt ist Jona bereit und zieht durch die Weltstadt Ninive und verkündet den Untergang. Seine Botschaft zeigt Wirkung, alle tun Buße und Gott wird die Stadt nicht zerstören. Das wiederum passt Jona nicht, er ist zornig, weil Gott seinen Ratschluss geändert hat. Er setzt sich trotzig unter einen Rizinusbaum, der über Nacht gewachsen ist. Als dieser am nächsten Tag verdorrt und Jona wieder in der Sonne sitzt und darunter leidet, stellt ihm Gott die entscheidende Frage: »Du hast Mitleid mit einem Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen. Soll ich da nicht Mitleid haben mit Ninive, der großen Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die zwischen rechts und links nicht unterscheiden können - und außerdem so viel Vieh?« (Jona 4,10-11) Mit dieser Frage endet das Buch Jona. Seine Antwort ist nicht überliefert. Also sind wir gefordert, sie zu geben.

Quelle: Norbert Kasper

Was tun wir, wenn es anders läuft, als wir es uns gedacht haben? Wo bleibt die Gerechtigkeit, wenn eine verdiente Strafe ausbleibt? Diese Fragen sind schwer zu beantworten, vielleicht gibt es die eine Antwort gar nicht. Das Leben des Jona ist ein gutes Lehrbeispiel dafür, wie wir damit umgehen können: »Nimm es so, wie es kommt. Hadere nicht, sondern lebe das, was ist. Du kannst es ja doch nicht ändern. Lebe das, was du verstanden hast.«
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Schlangenzauber

Wie ringt man einem störrischen Pharao Zugeständnisse für das eigene unterdrückte Volk ab? Mose und Aaron versuchen es mit verschiedenen Mitteln und dringen mit Vernunft nicht zum verstockten Herz des Pharaos durch. Sie wenden also einen Zaubertrick an. Es ist lediglich ein kleines Vorspiel, für all das, was noch kommen soll. Und es macht Eindruck, besonders wenn sich Magier miteinander messen:
»8 Der HERR sagte zu Mose und Aaron: 9 »Wenn euch der Pharao auffordert, euch durch ein Wunder auszuweisen, dann sagst du, Mose, zu Aaron: ›Nimm deinen Stock und wirf ihn vor dem Pharao auf den Boden!‹ Dann wird er zu einer Schlange werden.« 10 Mose und Aaron gingen zum Pharao und taten, was ihnen der HERR aufgetragen hatte. Aaron warf seinen Stock vor dem Pharao und seinen Ministern auf den Boden und er wurde zur Schlange. 11 Aber der Pharao rief seine Magier und Beschwörer, und sie vollbrachten mit ihren Zauberkünsten dasselbe. 12 Jeder von ihnen warf seinen Stock auf den Boden und er wurde zu einer Schlange. Doch Aarons Stock verschlang die Stöcke der Ägypter. 13 Trotzdem blieb der Pharao starrsinnig und schlug ihre Forderung ab, genau wie der HERR es vorausgesagt hatte.« (Exodus 7,8-13, Übersetzung Gute Nachricht)
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