Farbloser Pilatus

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Pilatus gehört zu den wenigen Gestalten an der Autobahnkirche, die namentlich bezeichnet werden, auch wenn die Handlung, die er vollzieht, ihn eindeutig zuordnet. Er wäscht seine Hände in Unschuld. Auf seinem Gewand erscheint sein Name unter einem blutroten Farbklecks. Pilatus wird ansonsten ohne irgendwelche Farbe ausgeführt, er versteckt sich in der Farblosigkeit. Wer farblos bleibt, der fällt nicht auf, der kann sich im Hintergrund halten und muss keine Verantwortung übernehmen. Er macht sich die Hände nicht schmutzig und lässt andere für sich arbeiten und entscheiden. Es ist das Verhalten eines Mitläufers. Er profitiert vom System, er hat Privilegien, die er nicht verlieren will. Er hat Macht und spielt diese aus. Aber wenn er gefordert wird, dann duckt er sich weg und lässt andere in die vordere Reihe treten.
Doch so ungeschoren, wie er es sich ausrechnet, kommt er nicht davon. Er hat saubere Hände, aber auf seinem Gewand prangt ein großer Blutfleck. Er hat etwas abgekriegt und geht nicht unbeschadet aus der ganzen Situation heraus. Im Evangelium tritt er als Machtpolitiker auf, der zwischen verschiedenen Interessen vermitteln  und es sich mit keiner Seite verderben will. Aber Die Geschichte hat ihn hinweggefegt. Sein Name wird fast nur noch in den Evangelien überliefert und da ist er einer derjenigen, die Mitschuld am Tod Jesu haben. Die Geschichte hat ihn zur Verantwortung gezogen, es hat ihm nichts geholfen, sich die Hände in Unschuld zu waschen. 
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Diese symbolische Handlung hat ihm nichts gebracht. Sich Wegducken ist keine Lösung, denn was scheinbar im Augenblick hilft, wird im Laufe der Zeit zur schweren Hypothek. Er kann nicht farblos bleiben, denn er hat seinen Teil zum Tod Jesu beigetragen, der Blutfleck auf seiner sonst weißen Weste spricht Bände. Emil Wachter legt mit seiner Darstellung den Finger auf diese Wunde. Es hilft ihm nichts, farblos zu bleiben. Der an sich kleine Fleck sticht ins Auge und spricht das Urteil über ihn. Eine Mahnung an uns alle.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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