Himmlische Freuden

Wenn es den Himmel gibt, wie sieht es da aus? Wir können uns keine Vorstellung davon machen, das einzige, was wir tun können, ist, dass wir unsere erlebten Glückszustände in die Ewigkeit hinein verlängern. Doch wir kommen da an Grenzen. Die biblischen Geschichten helfen auch nicht weiter, weil sie lediglich Geschichten sind, die von uns verlangen, dass wir uns positionieren und eine Entscheidung treffen. Jesus bezieht sich in seinen Gleichnissen immer wieder auf den Himmel, aber auch er gibt keine Beschreibung von dem, was und wie es dort sein wird. Im Gleichnis vom armen Lazarus und dem reichen Prasser (Lukas 16,19-31) erhält Lazarus als Belohnung für seine Leiden hier auf Erden den Himmel geschenkt, der Prasser landet in der Hölle, weil er schon genug des Guten genossen hat. Auch mit dieser scheinbaren Gerechtigkeit kommen wir nur schwer zurecht, weil wir den Himmel dann als Vertröstung verstehen, um das irdische Leid nicht ändern zu müssen. Doch im Gleichnis, das Jesus erzählt geht es ihm nicht darum. Er möchte zeigen, dass es nicht hilft, wenn einer von den Toten aufersteht, um die Menschen vom rechten Weg zu überzeugen.
Wir brauchen Vorstellungen von dem, was der Himmel ist. Wir brauchen eine Vision vom Ziel des Lebens und der ganzen Schöpfung. 
Denn wir sind ja eingebunden und damit aufgefordert, unseren Teil beizutragen. Wenn wir vergessen haben, was der Himmel ist, dann haben wir auch vergessen, wofür wir leben. Wenn eine Kultur keine Vorstellung mehr vom Himmel hat, dann hat sie auch ihre kreative Gestaltungsfähigkeit verloren. Wir müssen darüber sprechen, wie wir uns einen Himmel vorstellen, was wir mit den »himmlischen Freuden« verbinden, damit wir wissen, wofür wir hier auf Erden leben und arbeiten. Es geht nicht darum, ob wir in den Himmel kommen oder nicht, ja ob es ihn überhaupt gibt. Wichtig ist, uns darüber klar zu sein, wofür wir leben und wie wir dieses Leben gestalten. Dann ist der Himmel hier auf Erden.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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