Heilige Geistkraft kommt zu dir

Die Szene der Verkündigung an Maria, die wir in der Krypta der Autobahnkirche sehen, ist sehr dynamisch dargestellt. Der Engel kommt auf Maria zu, er streckt ihr die geöffneten Hände entgegen und ist selbst noch in der Bewegung auf sie zu. Es ist eine sehr intime Begegnung, die beiden sind für sich allein und geben sich der Erfahrung voll und ganz hin. Während der Engel voller Bewegung ist, steht Maria ruhig da, sie ist nicht statisch, sie scheint nur kurz in ihrer Bewegung verharrt. Es ist hier der Moment der Empfängnis gezeigt, in der beides, Ruhe und Bewegung, einen Platz hat.
Wenn man sich alte Darstellungen dieser Szenerie anschaut, dann kommt zum Engel meist noch der Heilige Geist in Gestalt einer Taube dazu. Hier fehlt ein eigenes Symbol für diese Geistkraft, aber sie ist in der Dynamik des Engels gegenwärtig und spürbar. Allein schon in den ausgestreckten Armen wird diese Kraft deutlich sichtbar. Es ist noch etwas besonderes in dieser Szene. Der Engel tritt Maria nicht gegenüber, sondern er wächst zu ihr empor. Er kommt nicht vom Himmel herab, er springt gleichsam aus der Erde heraus . 
Wenn er die Bewegung zu Ende geführt hat, dann ist er auf Augenhöhe mit Maria und verschmilzt mit ihr. Die Geistkraft kommt hier nicht über Maria, sondern sie kommt zu ihr, sie wächst zu ihr empor um schließlich eins mit ihr zu werden. Zudem wird der Engel sehr männlich dargestellt. Er drückt Kraft und Bewegung aus. Wenn beide verschmelzen entsteht das, was wir als »Erlöser« bezeichnen. In Maria bekommt Christus Raum durch die Begegnung, durch das Einswerden von Engel und Maria. Wenn Irdisches und Göttliches eins werden, dann entsteht etwas wirklich Neues, dann wird Christus Fleisch. Wo Bewegung und Ruhe zu Einem werden, dort geschieht Erlösung. Es geht nicht auf Kosten des Einen oder Anderen, sondern dadurch, dass beide verschmelzen, geschieht Neues und wird Neues.
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Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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