Heilige Geistkraft kommt zu dir

Die Szene der Verkündigung an Maria, die wir in der Krypta der Autobahnkirche sehen, ist sehr dynamisch dargestellt. Der Engel kommt auf Maria zu, er streckt ihr die geöffneten Hände entgegen und ist selbst noch in der Bewegung auf sie zu. Es ist eine sehr intime Begegnung, die beiden sind für sich allein und geben sich der Erfahrung voll und ganz hin. Während der Engel voller Bewegung ist, steht Maria ruhig da, sie ist nicht statisch, sie scheint nur kurz in ihrer Bewegung verharrt. Es ist hier der Moment der Empfängnis gezeigt, in der beides, Ruhe und Bewegung, einen Platz hat.
Wenn man sich alte Darstellungen dieser Szenerie anschaut, dann kommt zum Engel meist noch der Heilige Geist in Gestalt einer Taube dazu. Hier fehlt ein eigenes Symbol für diese Geistkraft, aber sie ist in der Dynamik des Engels gegenwärtig und spürbar. Allein schon in den ausgestreckten Armen wird diese Kraft deutlich sichtbar. Es ist noch etwas besonderes in dieser Szene. Der Engel tritt Maria nicht gegenüber, sondern er wächst zu ihr empor. Er kommt nicht vom Himmel herab, er springt gleichsam aus der Erde heraus . 
Wenn er die Bewegung zu Ende geführt hat, dann ist er auf Augenhöhe mit Maria und verschmilzt mit ihr. Die Geistkraft kommt hier nicht über Maria, sondern sie kommt zu ihr, sie wächst zu ihr empor um schließlich eins mit ihr zu werden. Zudem wird der Engel sehr männlich dargestellt. Er drückt Kraft und Bewegung aus. Wenn beide verschmelzen entsteht das, was wir als »Erlöser« bezeichnen. In Maria bekommt Christus Raum durch die Begegnung, durch das Einswerden von Engel und Maria. Wenn Irdisches und Göttliches eins werden, dann entsteht etwas wirklich Neues, dann wird Christus Fleisch. Wo Bewegung und Ruhe zu Einem werden, dort geschieht Erlösung. Es geht nicht auf Kosten des Einen oder Anderen, sondern dadurch, dass beide verschmelzen, geschieht Neues und wird Neues.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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