Lebenslust und Lebensfreude

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Die Gesichter, von denen wir sehr viele an der Autobahnkirche entdecken können, haben einen vielfältigen Ausdruck. An der Mosetreppe zur Krypta hinunter sehen wir einen freundlichen Menschen, der uns, wie es scheint pfeifend entgegen blickt. Der Ton kommt aus seinem Mund und hallt in der ganzen Kirche wider. Normalerweise würden wir das als störend empfinden, wenn man es richtig hören würde. Aber warum? Wenn Pfeifen ein Ausdruck der Lebensfreude ist, dann ist doch auch eine Kirche der rechte Ort, an dem man es hören darf. Aber wir verbinden mit Kirchenräumen oft Besinnlichkeit und vor allem Ernsthaftigkeit. Nichts soll die andächtige Atmosphäre der anderen Welt, in die wir eintauchen wollen, stören. Wir sind es gewohnt, die Erhabenheit des Ortes nicht mit weltlichen Dingen zu stören. Alles, was mit sinnlichem Erleben, mit Lust und Körperlichkeit zu tun hat, soll daraus verbannt bleiben.
Doch mit dieser Haltung nehmen wir uns eine wichtige Erfahrungsebene. Diese Ebene hat etwas Göttliches an sich. Wenn wir uns auf die biblische Botschaft berufen, ist unsere Körperlichkeit, unsere Lust und unsere Sinnlichkeit Teil dessen, was Gott geschaffen hat. Als Menschen dürfen wir nicht Teile von uns abspalten, weil sie scheinbar nicht zu uns gehören oder der Moral einer bestimmten Zeit widersprechen. Wir können doch lernen, als die Menschen da zu sein, als die wir geschaffen wurden. 
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Dass wir uns verändern können, dass wir ein großes Wandlungspotential haben, steht außer Frage. Auch unsere scheinbaren Schatten bedürfen der Erlösung. Der Pfeifer in der Autobahnkirche erinnert uns daran, dass wir andere Seiten haben, die wir leben können, leben dürfen und leben müssen. Vielleicht nicht an jedem Ort und zu jeder Zeit. Wo und wann das ist, müssen wir doch selbst herausfinden. Da treten wir in einen Dialog mit anderen Menschen, mit Gebäuden und mit Gott ein. Das ist ein Gespräch, das keine vorgefertigten Antworten kennt. Auf vorgefertigte Antworten, die meist mit dem Wort »weil« beginnen, kann man dann getrost pfeifen.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Dazugehören

Wenn Abraham alle Menschen als Stammvater umfasst, kommt eine Botschaft heraus, wie sie besser nicht formuliert werden kann. Sie zieht sich durch die Heilige Schrift wie ein roter Faden. Beim Propheten Jesaja hört sie sich so an: »18b Der HERR sagt: »Die Zeit kommt, dass ich die Menschen aller Völker und Sprachen versammle. Sie alle werden zu mir kommen und meine Herrlichkeit sehen. 19 Ich werde ein Zeichen unter ihnen aufrichten und Boten zu ihnen senden – Menschen aus allen Völkern, die sich mir angeschlossen haben. Zu den fernsten Küsten sende ich meine Boten, nach Tarschisch, Put und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan. Unter den Völkern, die noch nichts von mir gehört und meine herrlichen Taten nicht gesehen haben, sollen sie meinen Ruhm bekannt machen. 20 Wenn sie zurückkehren, werden sie alle eure Brüder und Schwestern mitbringen, die noch unter den Völkern zerstreut sind. Auf Pferden, Maultieren und Dromedaren, in Wagen und Sänften werden dann aus aller Welt die Zerstreuten meines Volkes zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem gebracht werden, als eine Opfergabe der Völker für mich, den HERRN – so wie ihr Israeliten eure Speiseopfer in reinen Gefäßen zu meinem Tempel bringt. « (Jesaja 66,18b-20, Übersetzung Gute Nachricht).
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