Verlorene Perspektiven

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Schwarzweiß und in einer Brutalität, die ihresgleichen sucht, stellt Emil Wachter in der Fensterreihe im Norden der Autobahnkirche den Kindsmord von Betlehem dar, wie ihn Matthäus beschreibt: »Als Herodes merkte, dass die Sterndeuter ihn hintergangen hatten, wurde er sehr zornig. Er befahl, in Betlehem und Umgebung alle kleinen Jungen zu töten, die zwei Jahre und jünger waren. Das entsprach der Zeitspanne, die er aus den Angaben der Sterndeuter entnommen hatte.« Matthäus 2,16, Übersetzung Gute Nachricht). Diese Darstellung birgt einige Betrachtungsmöglichkeiten. Da ist zum einen Herodes, der diesen unmenschlichen Befehl gegeben hat. Wieviel Angst, wieviel Hass ist notwendig, damit er diese Gewalttat befehlen kann? Da sind die Soldaten, die diesen Befehl aufs Grausamste ausführen. Was treibt sie zu dieser unmenschlichen Gewalt an? Was hat man mit ihnen gemacht, dass sie zu solchen Monstern geworden sind? Wo ist ihr Herz geblieben? Wie können sie diesen Befehl ausführen? Was so unerklärlich scheint, ist in der jüngeren Geschichte immer wieder geschehen. Kinder werden  heute noch Opfer von Kriegen und Gewalt, sie werden gezielt angegriffen und getötet. Die grausamen Menschen sind nicht ausgestorbenen. Dieses Bild reiht sich ein in die Ikonen der Unmenschlichkeit, von denen unsere Medien leider voll sind. Diese Menschen verdienen kein Mitleid, und doch müssen wir fragen, wie sie mit dieser Tat überhaupt leben können und ob sie ein gutes Leben führen können - oder warum sie gerade das können.
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Viel wichtiger ist die Sicht der Opfer. Die Kinder, die nicht wissen, wie ihnen geschieht, und die um ihre Lebensperspektiven gebracht werden. Sie müssen etwas erleiden, für das sie gar keine Schuld trifft. Sie sind unschuldige Opfer einer zynischen und unmenschlichen Machtpolitik. Sie werden aus ihren Familien herausgerissen, werden getötet, oder was vielleicht noch schlimmer ist, versklavt oder als Kindersoldaten missbraucht, die am Ende ähnliche Verbrechen begehen, wie sie an ihnen verübt worden sind. Nicht zu vergessen die Familien, denen Ziele und Hoffnungen genommen wurden. Mit diesen Kindern stirbt ein Stück ihrer Zukunft. Wie kann man das aushalten?
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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