Tanz auf dem Vulkan

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Den Zustand einer Gesellschaft erkennt man oft daran, wie sie ihre Feste feiert. Dafür gibt es konkrete Anhaltspunkte: Wenn alle Bindungen reißen, alle Konventionen über Bord geworfen werden, wenn die Würde des Einzelnen nicht mehr zählt, wenn es nur noch um das reine Vergnügen einiger weniger geht, wenn alle Schranken fallen, dann spricht man von einer Orgie. Alle Regeln des gesunden Menschenverstandes werden über Bord geworfen, es findet Verschwendung und Ausbeutung statt, die Auswirkungen auf das menschliche und materielle Umfeld werden nicht mehr bedacht, weil einzig und allein das Vergnügen im Vordergrund steht. Die Darstellung einer Orgie an der Nordseite des Mosesturmes im Gelände der Autobahnkirche weist darauf hin. Alle Regeln sind gefallen, erlaubt ist, was Spaß macht. Die pure Lust steht im Vordergrund.
Es ist klar, dass das nicht für alle Menschen gelten kann. Wahrscheinlich leidet die Mehrheit unter diesen Vergnügungen einer kleinen Oberschicht. Wenn Verschwendung und Ausbeutung praktiziert werden, dann gibt es Opfer, die die Kosten tragen müssen. Wenn Menschen herangezogen werden, die zum Vergnügen der anderen dienen, dann werden sie entrechtet, ihrer Würde beraubt, gedemütigt. Sie bleiben auf der Strecke und bezahlen den Preis, der den anderen vielleicht nicht einmal bewusst ist. 
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In der Geschichte wurden Gesellschaften, in denen einige wenige in Saus und Braus gelebt haben und sich diese Verschwendung von den anderen, für die nichts abgefallen ist, bezahlen ließen, als dekadent bezeichnet. Sie hatten jedes Maß verloren, die Verbindung zu ihren (moralischen) Quellen abgeschnitten. Das, worauf die Gesellschaft aufgebaut ist und ihren Aufstieg ermöglicht hat, wird mit Füßen getreten. Diese Gesellschaften hatten ihre Blüte überschritten und waren dem Verfall geweiht. Ihre Feste, ihre Orgien waren ein letztes selbstsüchtiges Aufflackern. Es scheint wie ein Tanz auf einem Vulkan, der jeden Moment ausbrechen kann und all das hinwegfegen wird. Ist das für uns so weit hergeholt? Wehret den Anfängen!
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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