Wem es die Sprache verschlägt

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Am Johannesturm sehen wir eine Abbildung von Zacharias, dem Vater von Johannes, dem Täufer. Zacharias war Priester am Tempel in Jerusalem. Einmal verließ er den Tempel und  konnte nicht mehr reden. Was hat ihm die Sprache verschlagen? Er hatte eine besondere Offenbarung, ihm begegnete ein Bote Gottes. Er fand keine Worte mehr. Im Lukas-Evangelium wird das folgendermaßen erklärt: Der Engel verkündete dem hochbetagten Zacharias die Geburt eines Sohnes. Zacharias kann das nicht glauben. »18 Zacharias sagte zu dem Engel: ›Woran soll ich erkennen, dass es wirklich so kommen wird? Ich bin doch ein alter Mann, und meine Frau ist auch schon in vorgeschrittenen Jahren.‹ 19 Der Engel antwortete: ›Ich bin Gabriel, der vor Gottes Thron steht. Gott hat mich zu dir gesandt, um dir diese gute Nachricht zu bringen. 20 Was ich gesagt habe, wird zur gegebenen Zeit eintreffen. Aber weil du mir nicht geglaubt hast, wirst du so lange stumm sein und nicht mehr sprechen können, bis es eingetroffen ist.‹ 21 Das Volk wartete draußen auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er schließlich herauskam, konnte er nicht zu ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen Zeichen mit der Hand und blieb auch weiterhin stumm.« (Lukas 1,18-22, Übersetzung Gute Nachricht)
Das, was Zacharias im Tempel widerfahren ist, ist unbeschreiblich. Er kann nichts dazu sagen, wer würde ihm auch glauben. Er selbst kann das ja auch nicht. Ihm hat es die Sprache verschlagen, weil Unsagbares geschehen ist. Er kann nichts dazu sagen. Sein Schweigen dauert so lange, bis Johannes geboren wurde und er ihm den Namen Johannes gegeben hat. 
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Der schweigende, der stumme Zacharias ist ein Mensch, der viel mit uns modernen Menschen zu tun. Wir glauben nur das, was wir sehen und was in unser Weltbild passt. Über alles andere schweigen wir lieber. Das ist an sich nicht schlecht, es zeigt unsere Vorsicht. Aber wirklich weiter kommen wir so nicht. Zacharias spürt das und ergibt sich in sein Schweigen und akzeptiert, was er nicht versteht.
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Das unschuldige Opfer

In mythologischen Religionen braucht es Opfer, um sich mit den Göttern wieder gut zu stellen. Sie sollen besänftigt werden, indem man etwas von dem, was man erwirtschaftet hat oder was einem wertvoll ist, abgibt, es den Göttern opfert. Im Buch Genesis wird Abraham aufgefordert seinen Sohn zu opfern, um seinen Glauben an Gott zu beweisen. Aus heutiger Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Ein Gott, der von Menschen fordert, dass sie ihr eigenes Fleisch und Blut opfern, das geht heute nicht mehr. Überhaupt muss die Frage erlaubt sein, ob wir im religiösen Bereich noch von Opfern sprechen sollen. Ein Opfer ist immer unschuldig, es kann nichts dafür, dass es ausgewählt wurde. Im Gegenteil, ein Opfer sollte möglichst rein sein, um sich Gott gegenüber würdig zu erweisen. Je reiner, umso wertvoller. 
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