Glücklich davongekommen

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Diese Frau am Noah-Turm strahlt. Sie hat allen Grund dazu. Nur ein paar wenige Auserwählte haben die große Flut, die über die Erde gekommen ist, überlebt. Sie steht jetzt in der Reihe der Tiere und all derer, die sich über ihren zweiten Geburtstag freuen können. Dabei hat sie nur Glück gehabt. Wenn man der biblischen Erzählung folgt, dann wurde sie nur gerettet, weil sie eine Familienangehörige des Noah gewesen ist. Noah war der Gerechte, der von Gott gerettet werden sollte und damit auch alle, die zu seinem Hausstand gehörten. Doch reicht es auch, wenn man nur mit Glück überlebt hat? Fängt das schwierige Leben vielleicht jetzt erst richtig an? Es ist kein Geheimnis, dass man sich auf dem Glück der vergangenen Tage nicht ausruhen kann. Glück ist zerbrechlich und das, was sich als unverschämtes Glück erwiesen hat, kann zur unzumutbaren Herausforderungen werden. Wie oft zeigt, sich dass sich das Glück wandelt und sich in sein Gegenteil verkehrt. 
Die Situation des Neuanfangs nach der Sintflut trägt diese Zwiespältigkeit in sich. Die Freude über die Rettung und die Tatsache, überhaupt eine Chance für einen Neubeginn bekommen zu haben, darf sein. Sie gehört dazu. Man sollte sie auskosten, solange sie eben dauert. Und da bricht sich auch schon die andere Seite Bahn. Das Neue, das ansteht, birgt viele Gefahren bis dahin, dass es wieder so weit kommt, wie es vor der Flut gewesen ist. Das gilt es zu vermeiden. An dieser Stelle kommt Religion ins Spiel. 
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Nach der Flut richtet Gott den Regenbogen als Bundeszeichen auf. Das ist ein Symbol dafür, dass Gott nicht mehr strafend eingreift. Damit wird einer Hoffnung Ausdruck gegeben, dass es doch anders kommen wird. Und so verstanden kann das Glück dauern. Nicht nur nach hinten gewandt, dass man davongekommen ist, sondern dass es jetzt auch, getragen von der Hoffnung, sehr viel besser werden kann.  Wenn das kein Grund zur Freude ist, was dann? Wer aus dieser Vorfreude heraus lebt, kann nur glücklich sein und darf glücklich leben.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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