Im hohen Rat

Ernst blickt er drein, der Ratsherr an der Mose-Treppe in der Autobahnkirche. Es sieht aus wie ein Porträt, das in einer Ahnengalerie oder an der Wand der Amtsträger hängen könnte. Es ist eines der Bilder, die von sich Würde und Erhabenheit ausstrahlen. Dazu trägt nicht nur der ernste und entschlossene Gesichtsausdruck bei, sondern mehr noch die Kleidung samt dem Barett auf dem Kopf. Solche Würdenträger gab es zu allen Zeiten. Sie verstanden es immer, sich ihren Zeitgenossen in Erinnerung zu bringen und den Nachkommen im Gedächtnis zu bleiben. Es ist müßig, sich Gedanken darüber zu machen, wer hier dargestellt ist, es geht vielmehr um einen Typ von Würdenträger, den wir hier sehen. Was macht solch einen Menschen aus? Wie sehen wir ihn? Welche Eigenschaften sprechen wir ihm zu? Wir können schon über die Begriffe streiten. Ist es ein Amts- oder ein Würdenträger? Ist die Tätigkeit eher eine Last, die er zu tragen hat, ein Amt, das ihm zu schaffen macht. Oder ist es ehrenvoll, diese Aufgabe wahrzunehmen und von den Vergünstigungen, die sie mit sich bringt, zu profitieren? Nimmt er eine bestimmte Rolle wahr? Wahrscheinlich kommt alles zusammen, im Nachklang spielen aber die Würden eine größere Rolle und das Amt mit seinen Schwierigkeiten und schweren Entscheidungen tritt in den Hintergrund. 
Würdenträger in einer Religionsgemeinschaft sind da keine Ausnahme. Sie unterscheiden sich wenig von den weltlichen Amtsträgern. Abgesehen vom Ornat, der sie kenntlich macht, gehen sie mit den gleichen Schwierigkeiten und Ehrerweisen einher. Doch darauf kommt es nicht an. 
So ziemlich jede Religionsgemeinschaft sieht in diesen Tätigkeiten eher eine Mittlerfunktion, vielleicht auch einen Dienst an einer höheren Sache. Wer im hohen Rat sitzt, steht im Dienst eines höheren und muss eine Tätigkeit auch  so verstehen. Die Würde und die Ehre, die ihm zukommt, sind ebenso der höheren Macht geschuldet wie die Aufgaben und Mühen, die er auf sich nimmt. Selbst wenn immer wieder die Machtfrage gestellt wird, es darf nicht nur darum gehen, sondern um den Sinn des Amtes.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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