Essen, um sich zu erinnern

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Ritualisierte Mahlzeiten gehören bei uns zum Alltag. Bei Familienfesten und anderen Anlässen berufen wir uns auf alte Traditionen, die in der Familie oder der jeweiligen Kultur üblich sind. Mit diesen Ritualen schaffen wir uns so etwas wir Heimat und drücken die Verbundenheit untereinander aus, denn die, die da miteinander essen, wissen, worum es geht. Nicht selten werden zu solchen Anlässen auch Erinnerungen aufgefrischt und Gegebenheiten erzählt, die diese Bindung stärken. Beim gemeinsamen Essen erinnert man sich an das, was uns ausmacht. Oft werden dann ganz bestimmte Gerichte gereicht, das besondere Geschirr kommt zum Einsatz und man folgt besonderen Ritualen. Da ist der Schritt zur religiösen Qualität nicht weit.
Ein besonderes Essen ist das Pessah-Mahl, das zum ersten Mal zum Auftakt der Flucht aus Ägypten gegessen wurde. In Anlehnung an diese Flucht wird ein besonderes Ritual zugrunde gelegt, mit dem dieses Ereignis jedes Jahr neu in Erinnerung gerufen wird. Es muss ein bestimmtes Schaf- oder Ziegenböckchen sein, das geschlachtet wird. Es muss am Feuer gebraten werden. Man backt ein besonderes Brot, das auf der Flucht zubereitet und gegessen werden kann. Es werden spezielle Kräuter verwendet, die an die herbe Zeit in der Sklaverei in Ägypten erinnern sollen. Es werden in einer bestimmten Reihenfolge Becher mit Wein getrunken. Das Mahl wird hastig zu sich genommen, weil man ja schnell aufbrechen muss. Schließlich schreibt der Ritus vor, dass das jüngste Mitglied der Familie Fragen stellt, die rituell beantwortet werden. So wird in Erinnerung gerufen, was vor über dreitausend Jahren in Ägypten geschehen sein soll. Mit diesem Mahl erinnert man sich nicht nur, sondern man bringt jenes Ereignis von damals in eine ganz andere Kultur und von einem geschichtlichen Ort in die Gegenwart und in die Gemeinschaft zurück, die sich versammelt hat. 
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Dieses Mahl stiftet eine Gemeinschaft und bringt Menschen in einem anderen Zusammenhang mit ihrer eigenen Geschichte in Berührung. Das Geschehen wird wieder gegenwärtig, man holt es in die neue Zeit und an den neuen Ort und weiß, dass es immer noch wirkt. Vor allem wird mit diesem Mahl die Zusage und der Schutz Gottes erneuert. So wirkt ein Ereignis aus der Vergangenheit in die Gegenwart und hoffentlich weit in die Zukunft hinein.
Ansprechpartner

Norbert Kasper

Pastoralreferent

Kalender
Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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