Das Leben liegt vor dir

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An der Mose-Treppe in der Autobahnkirche sehen wir einen jungen Mann, der nach vorne blickt. Es ist Mose, der noch keinen Aufseher erschlagen hat, der noch keine Gottesoffenbarung hatte, der sein Volk noch nicht durch die Wüste in das gelobte Land geführt hat und der sich noch unklar darüber ist, worin seine Lebensaufgabe besteht. Doch er scheint zu wissen, was er will. Dieser junge Mann steht für alle jungen Menschen, die am Ende der Jugend den großen Schritt ins Leben tun. Moseweiß natürlich noch nicht, was ihm bevorsteht, er geht noch leichten Schritts in die Zukunft. Er ist unbekümmert und davon überzeugt, dass das, was er will, sich auch umsetzen lässt. Das ist das Vorrecht der Jugend zu allen Zeiten, dass sie unbekümmert und unbeirrt ihren Weg gehen dürfen und können. Für Erwachsene ist das oft schwer auszuhalten, haben sie doch ein ganzes Leben an Erfahrungen hinter sich, mit Enttäuschungen und Rückschlägen, mit Niederlagen und einigen schönen Erfahrungen von gelungenem Leben. Doch davon will die Jugend noch nichts wissen, sie haben das Recht und die Pflicht, ihre eigenen Erfahrungen zu machen.
 
Moses schaut hier entschlossen in seine Zukunft. Sein Leben liegt vor ihm, er weiß nicht, was es ihm bringen wird. Es werden gute Erfahrungen sein, aber auch Enttäuschungen. Er hat die Chance seinen Weg zu gehen und findet sich am Ende an der Spitze seines Volkes wider.  Er steht Gott auf dem Gottesberg Horeb gegenüber und empfängt die Gebote. Das alles kann er tun, weil er das Privileg genossen hat, als junger Mensch seine Erfahrungen machen zu können.
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 Er konnte lernen und seine eigene Lebensweisheiten entdecken. Nur weil er eigene Erfahrungen machen konnte, wenn er sich, wie man so schön sagt »die Hörner abstoßen konnte«, hatte er die Chance, zu dem großen und weisen Mann zu werden, als der er in die Religionsgeschichte eingegangen ist. Wenn wir ihn als Vorbild nehmen, dürfen wir nicht vergessen, dass auch er einmal jung war und nicht als das, was er war, auf die Welt gekommen ist. Gestehen wir das auch den jungen Menschen von heute zu.