Im Ersten Testament gibt es viele Geschichten, in denen es richtig zur Sache geht. Die Zerstörung der beiden Städte Sodom und Gomorrha durch Gott ist ein Beispiel für diese gewalttätigen Geschichten, in denen Gott sehr rachsüchtig und kriegerisch gezeigt wird. Doch es geht weniger darum, die ausgeübte Gewalt zu beschreiben, sondern das Handeln Gottes zur Rettung derer, die auserwählt sind. Damit soll jetzt nicht ein überholtes Gottesbild gerechtfertigt werden, in diesen Geschichten ist Gott ausgesprochen grausam und unerbittlich. Einer der Auserwählten ist Lot. Er ist der Bruder von Abraham und wird mit seiner Familie aus der dem Untergang geweihten Stadt gerettet. Es sind zwei Engel, die ihn herausholen: »15 Als die Morgenröte kam, drängten die Engel Lot zur Eile: ›Schnell, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, sonst trifft die Strafe für diese Stadt euch mit!‹ 16 Während Lot noch überlegte, ergriffen sie ihn, seine Frau und seine Töchter bei der Hand, führten sie aus der Stadt hinaus und ließen sie erst draußen vor dem Tor wieder los. Denn der Herr wollte Lot und die Seinen retten.« (Genesis 19,15-16, Übersetzung Gute Nachricht)
Lot überlebt auf wundersame Weise die Zerstörung der zwei Städte. Diese Rettung kommt nicht von ungefähr, denn er gehörte zu denen, die Gott erwählt hatte. So kommt für ihn die Rettung in Gestalt von den zwei Engeln, die schon bei ihm wohnten. Diese Engel sind, so können wir es uns heute erklären, nicht Gestalten mit Flügeln. So werden sie künstlerisch dargestellt, auch von Emil Wachter, um sie als Engel erkennbar zu machen. Diese beiden Männer sind Boten Gottes. Das macht sie zu Engeln. Sie nehmen die Rolle ein, die wir normalerweise den Schutzengeln zusprechen. Es sind Beauftragte Gottes, die dazu das sind, Mensch vor Unheil zu bewahren.
Aus gläubiger Sicht geschieht nichts zufällig, sondern es wird das Eingreifen Gottes vorausgesetzt. Folgerichtig stehen Menschen, die sich zu Gott bekennen, unter dem besonderen Schutz Gottes. Ihnen steht die Hilfe Gottes zur Seite, die sie vor Gefahr bewahrt. Es ist eine tröstliche Vorstellung, die zur Gelassenheit führt. Ich bin überall von Gott beschirmt und behütet. Mir kann nichts passieren, denn die größte Macht der Welt schaut mit den Engeln auf mich. Wenn es nur so einfach wäre!