Petrus der Fischer

Das Christentum ist, wie jede Religion, eine Sammlung von Ideen und Überzeugungen, die von Menschen erfahren und weitergetragen werden. Oft waren es besonders gebildete Menschen, die für eine neue Form des Glaubens eingetreten sind. Der Apostel Paulus ist das für das Christentum. Aber es gibt auch andere Menschen, die mindestens genauso wichtig waren, aber nicht diese Ausbildung hatten. Da ist vor allem Petrus zu nennen, der als einer der Jünger Jesu die Führung im Kreis der Apostel für sich beanspruchen konnte. Dabei war das für ihn gar nicht vorgesehen. Er war ein einfacher Mann, der am See Genesaret lebte, Er hatte Familie, ging seinem Beruf als Fischer nach. Er lebte wahrscheinlich bewusst nach den Vorschriften der Tora, wie alle seine Nachbarn. Über seine weiteren Lebensumstände wissen wir nichts, wir können es nur vermuten. Sein Alltag war der eines Fischers. Zusammen mit seinen Berufskollegen fuhr er, wann immer es ging, meist nachts auf den See hinaus, um zu fischen.
Hinter seiner Berufswahl dürfen wir keine besonderen Absichten vermuten. Wahrscheinlich hat er das Handwerk von seinem Vater übernommen, der möglicherweise selbst noch als Fischer tätig war. Als ihm Jesus begegnet, verändert sich alles. Jesus deutet seinen Beruf um. Er nennt ihn Menschenfischer, weil 
es fortan seine Aufgabe sein soll, Menschen für die Gute Nachricht zu interessieren und zu begeistern. Er sollte seinen geregelten Alltag aufgeben, seine Familie verlassen, den Beruf und Broterwerb aufgeben und mit einem Wanderprediger durch das Land zu ziehen. Das war nicht nur ein Verlassen des einigermaßen bequemen Lebensumfeldes, denn in der damaligen politischen Situation begab man sich mit diesem Schritt immer auch in Lebensgefahr. Ob und wie er gehadert hat, ob er lange mit sich gerungen hat, wissen wir nicht, er hat es am Ende getan. Darauf kommt es an. So hat er als einfacher Fischer das Christentum von Beginn an geprägt.