In Gesellschaften, in denen Staat und Religion getrennt sind, dürfen geistliche oder spirituelle Begründungen für Entscheidungen nicht herangezogen werden. Wenn man es aber genauer betrachtet, sind unsere Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit immer schon religiös geprägt, und sei es nur deshalb, weil entsprechende Gesetze in religiös geprägten Kontexten entstanden sind und erlassen wurden. So finden wir in unserer Rechtsprechung immer noch Anklänge an die Zehn Gebote, die ihre religiöse Begründung als von Gott erlassen nicht leugnen können. Deshalb wird gerade dann, wenn es um Gerechtigkeit geht, der spirituelle Blick notwendig. Dabei geht es weniger um den Aspekt der Bestrafung, das ist wohl geregelt. Viel wichtiger ist vielmehr, ob und wann Barmherzigkeit zum Zuge kommt. Im ersten Testament haben die Männer und Frauen, die als Prophetinnen und Propheten für ihren Gott aufgetreten sind, dieses Zusammenspiel eingefordert. Sie standen für Gerechtigkeit ein. Sie haben die Eliten des Landes wegen ihres Machtmissbrauches getadelt und für diese Ungeheuerlichkeit oft mit dem Leben bezahlt.
So zeigt auch der Finger des Elia in der Deutung von Emil Wachter auf das göttliche Auge, dem Symbol für Gott, dem nichts entgeht. Göttlicher Gerechtigkeit kann niemand entfliehen und das Recht, das sich auf ihn beruft, steht fest und unverrückbar da. Durch den Bezug auf göttliches Handeln bekommt eine Rechtsprechung ein sehr großes Gewicht, womit eine große Verantwortung verbunden ist. Recht und Gerechtigkeit sind - und dafür stehen alle Prophetinnen und Propheten ein - nicht Selbstzweck, sie dienen größeren Zusammenhängen. Sie müssen für das Wohl der Menschen da sein. Wenn sie das nicht fördern, dann können sie getrost vergessen werden. Dieser Zusammenhang wurde in den siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts durch die Befreiungstheologie betont. Wenn Recht nicht den Menschen dient, dann dient es zu nichts. Ein Recht, das durch Reiche gebeugt werden kann, schafft immer wieder neue Ungerechtigkeit. Das kann niemand wollen. Institutionen müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie nicht durch Recht allein geschützt sind. Für sie gilt gleichermaßen, ob sie der Gerechtigkeit dienen. Deshalb der Finger, der auf Gott deutet.
So zeigt auch der Finger des Elia in der Deutung von Emil Wachter auf das göttliche Auge, dem Symbol für Gott, dem nichts entgeht. Göttlicher Gerechtigkeit kann niemand entfliehen und das Recht, das sich auf ihn beruft, steht fest und unverrückbar da. Durch den Bezug auf göttliches Handeln bekommt eine Rechtsprechung ein sehr großes Gewicht, womit eine große Verantwortung verbunden ist. Recht und Gerechtigkeit sind - und dafür stehen alle Prophetinnen und Propheten ein - nicht Selbstzweck, sie dienen größeren Zusammenhängen. Sie müssen für das Wohl der Menschen da sein. Wenn sie das nicht fördern, dann können sie getrost vergessen werden. Dieser Zusammenhang wurde in den siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts durch die Befreiungstheologie betont. Wenn Recht nicht den Menschen dient, dann dient es zu nichts. Ein Recht, das durch Reiche gebeugt werden kann, schafft immer wieder neue Ungerechtigkeit. Das kann niemand wollen. Institutionen müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie nicht durch Recht allein geschützt sind. Für sie gilt gleichermaßen, ob sie der Gerechtigkeit dienen. Deshalb der Finger, der auf Gott deutet.











