Wenn wir nach einem Menschen gefragt werden, der viel erdulden musste, dann kommt uns sehr rasch Hiob in den Sinn. Der Teufel wettet mit Gott, dass Hiob seinen Glauben verlieren würde, wenn ihn das Glück verlassen hat. Hiob bleibt aber standhaft, auch wenn er seine ganzen Güter sein Hab und Gut, Haus und Hof verliert und schließlich auch seine sieben Söhne und drei Töchter. Hiob bleibt treu. So weit so gut, aber was ist eigentlich mit Hiobs Frau, die das alles auch erdulden muss? Von ihr ist nicht die Rede, nur einmal wird sie im Buch Hiob erwähnt. Ein Name von ihr ist nicht überliefert. Hiob der zusätzlich noch mit Geschwüren geschlagen wird, sitzt in der Asche und kratzt sich. Da tritt seine Frau hinzu und zeigt ihm eine scheinbare Möglichkeit auf: »9 Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!« 10 Aber Hiob antwortete: »Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?« (Hiob 2,9-10, Übersetzung Gute Nachricht) Hiobs Frau ist verzweifelt und sie hat allen Glauben verloren, für sie gibt es keine Hoffnung mehr. Sie versteht ihren Mann nicht, der am Glauben an den Gott seiner Väter festhält. In der Unterhaltung mit Hiobs Freunden spielt sie keine Rolle mehr, aber ihre Position steht hinter allen Aussagen, die seine Freunde machen.
Am Ende wird Hiob wegen seiner Glaubenstreue belohnt, von seiner Frau ist auch dann nicht mehr die Rede. Warum? Hat sie mit ihren Zweifeln das Wohlwollen Gottes verspielt? Hat sie nicht dem Satan nach dem Mund geredet und ihren Mann aufgefordert, seinen Glauben aufzukündigen? Ich glaube, dass es nicht so einfach ist. In der Frau von Hiob können wir uns selbst erkennen. Sie ist vom Unheil genauso betroffen wie ihr Mann, ihr wird übel mitgespielt, aber auf ihre Reaktion kommt es nicht an. Sie muss alles erdulden und wird nicht einmal gefragt, ob sie weiterhin glauben wird, suie selbst ist nicht einmal Gegenstand der Wette zwischen dem Teufel und Gott. Hiobs Frau bietet sich uns an, dass wir uns mit ihr identifizieren, denn wir würden wohl ähnlich wie sie reagieren. Wenn Gott mich so ins Unglück stürzt, dann will ich mit diesem Gott nichts zu tun haben. Diese namenlose Frau spricht uns Menschen des 21. Jahrhunderts aus dem Herzen. Ist das gut so?
Am Ende wird Hiob wegen seiner Glaubenstreue belohnt, von seiner Frau ist auch dann nicht mehr die Rede. Warum? Hat sie mit ihren Zweifeln das Wohlwollen Gottes verspielt? Hat sie nicht dem Satan nach dem Mund geredet und ihren Mann aufgefordert, seinen Glauben aufzukündigen? Ich glaube, dass es nicht so einfach ist. In der Frau von Hiob können wir uns selbst erkennen. Sie ist vom Unheil genauso betroffen wie ihr Mann, ihr wird übel mitgespielt, aber auf ihre Reaktion kommt es nicht an. Sie muss alles erdulden und wird nicht einmal gefragt, ob sie weiterhin glauben wird, suie selbst ist nicht einmal Gegenstand der Wette zwischen dem Teufel und Gott. Hiobs Frau bietet sich uns an, dass wir uns mit ihr identifizieren, denn wir würden wohl ähnlich wie sie reagieren. Wenn Gott mich so ins Unglück stürzt, dann will ich mit diesem Gott nichts zu tun haben. Diese namenlose Frau spricht uns Menschen des 21. Jahrhunderts aus dem Herzen. Ist das gut so?











