In alten, mythischen Schriften finden wir immer Beispiele dafür, wie Götter in den Ablauf der Welt und in das Leben der Menschen machtvoll eingreifen. Im Buch Genesis wird so eine Begegnung zwischen Gott und Abraham beschrieben. Für Emil Wachter war diese Erzählung die Grundlage für die Darstellung am Abraham-Fries: »7 Der Herr sagte zu Abram: ›Ich bin es, der dich aus Ur in Chaldäa geführt hat, um dir dieses Land zu geben, ich, der Herr!‹ 8 ›Herr, mein Gott‹, erwiderte Abram, ›kann ich denn sicher sein, dass ich es je besitzen werde? Gib mir doch eine Bestätigung dafür!‹ 9 Der Herr sagte: ›Bring mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Schafbock, eine Turteltaube und eine junge Taube!‹ 10 Abram holte die Tiere, zerteilte jedes der Länge nach in zwei Hälften und legte die Teile einander gegenüber; nur die Vögel zerteilte er nicht. 11 Raubvögel fielen über die Stücke her, aber Abram verscheuchte sie. 12 Als die Sonne unterging, fiel Abram in einen tiefen Schlaf, und eine unheimliche, erdrückende Angst legte sich auf ihn. (...) 17 Als die Sonne untergegangen und es ganz dunkel geworden war, sah Abram auf einmal einen rauchenden Schmelzofen und eine brennende Fackel, die fuhren zwischen den zerteilten Tieren hindurch. 18 Auf diese Weise schloss der HERR damals mit Abram einen Bund und gab ihm die Zusage: ›Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land.‹ (Genesis 15,7-12.17-18b, Übersetzung Gute Nachricht)
Was hier als Grundlage für die Verheißung Gottes beschrieben wird, dass die Nachkommen Abrahams das Land erhalten werden, klingt für unsere Ohren doch sonderbar. Gott fährt als Fackel und Schmelzofen durch die zerteilten Tiere hindurch und setzt ein mächtiges Zeichen. Die Wirkmacht Gottes wird im Feuer erfahren und ist auf das Opfer der Tiere angewiesen. Das ist aus damaliger Sicht nicht problematisch. Gott ist sichtbar und erlebbar - in Wirklichkeit und im Traum. Diese Erfahrung wünschen wir uns auch, manchmal ganz konkret, dass Gott wirklich dreinfahre und alles, was im Argen liegt, mit einem Handstreich zum Guten wendet. Zumindest, dass wir ein Zeichen von Gott bekommen, dass es gut werden wird. Leider zeigt unsere Erfahrung, dass es nicht so ist. Können wir trotzdem das Wirken Gottes erleben?
Was hier als Grundlage für die Verheißung Gottes beschrieben wird, dass die Nachkommen Abrahams das Land erhalten werden, klingt für unsere Ohren doch sonderbar. Gott fährt als Fackel und Schmelzofen durch die zerteilten Tiere hindurch und setzt ein mächtiges Zeichen. Die Wirkmacht Gottes wird im Feuer erfahren und ist auf das Opfer der Tiere angewiesen. Das ist aus damaliger Sicht nicht problematisch. Gott ist sichtbar und erlebbar - in Wirklichkeit und im Traum. Diese Erfahrung wünschen wir uns auch, manchmal ganz konkret, dass Gott wirklich dreinfahre und alles, was im Argen liegt, mit einem Handstreich zum Guten wendet. Zumindest, dass wir ein Zeichen von Gott bekommen, dass es gut werden wird. Leider zeigt unsere Erfahrung, dass es nicht so ist. Können wir trotzdem das Wirken Gottes erleben?











