Opfer königlicher Willkür

Wer mit einem tyrannisch regierenden Herrscher in Konflikt kommt, hat meist keine guten Karten. Die Geschichtsbücher sind voll von Schicksalen der Unschuldigen, die zu Tode gekommen sind. So auch Nabot, der nicht bereit war, seinen Weinberg dem König Ahab zu verkaufen, der ihn unbedingt haben wollte, um einen Gemüsegarten anzulegen. Nabot weigerte sich, weil er seinen ererbten Familienbesitz nicht weitergeben wollte. Er wird von Königin Isebel durch eine Intrige in eine Falle gelockt und hingerichtet: »12 Die Ältesten riefen die Bürger der Stadt zu einer Bußfeier zusammen und ließen Nabot ganz vorne sitzen. 13 Ihm gegenüber saßen die beiden Schurken. Sie standen als Zeugen gegen Nabot auf und erklärten: ›Nabot hat Gott und dem König geflucht!‹ Nabot wurde vor die Stadt hinausgeführt und gesteinigt. 14 Dann ließen die Ältesten der Stadt Isebel melden: »Nabot ist tot, man hat ihn gesteinigt.« 15 Als Isebel die Nachricht erhielt, sagte sie zu Ahab: ›Auf, nimm den Weinberg in Besitz! Dieser Nabot aus Jesreel, der sich geweigert hat, ihn dir zu verkaufen – er lebt nicht mehr, er ist tot!‹ 16 Als Ahab hörte, dass Nabot tot war, ging er sofort hinunter, um Nabots Weinberg in Besitz zu nehmen.« (1 Könige 21,12-16, Übersetzung Gute Nachricht)
In einer Tyrannei ist es so einfach, einen Menschen zu vernichten! Gnadenlos werden Herrschaftsinteressen durchgesetzt, die Launen des Herrschers werden über das Wohl des Volkes gestellt. 
Nabot wurde ein Opfer der Willkür von König Ahab und seiner Frau Isebel. Was hier erzählt wird, ist in autoritären Regimen normal. Das Ziel ist klar, es wird erreicht. Es ist beabsichtigt und Methode: Die Menschen haben Angst und werden es sich sehr gut überlegen, ob sie sich den Launen ihres Herrschers entgegen stellen  oder nicht. Nabot verliert sein Leben, weil er sich für seine eigenen Interessen einsetzt, die aus unserer Sicht legitim sind. Er wird ein Opfer staatlicher Willkür und hat keine Möglichkeit, der Verurteilung zu entkommen, ein normales Gerichtsverfahren findet nicht statt. Ein Menschenleben ist nichts wert und hat für König und Königin keine Bedeutung. Das Abbild des gesteinigten Nabot ist ein Mahnmal für die Ungerechtigkeit, die sich autoritäre Herrscher erlauben können. Es ist gut, dass solche Schicksale nicht in Vergessenheit geraten.