Stellvertretende Fürbitte

Der Heilige Christophorus ist der Patron der Autobahnkirche und neben anderen Schutzpatron der Reisenden. Er gehört zu den vierzehn Nothelfern, die in der katholischen Kirche verehrt und in unterschiedlichen Notsituationen angerufen werden. So wird er an der Christophorus-Stele in der Autobahnkirche angerufen. Der legendäre Christophorus kannte das Leben und wollte dem mächtigsten Herrscher dienen. Nachdem er von einem König und dem Teufel enttäuscht war, suchte er Jesus Christus, um ihm zu dienen. Er trug ihn in Gestalt eines Kindes über eine gefährliche Furt. So wurde ihm auch der Name »Christophorus« verliehen, aus dem griechischen übersetzt: »Christusträger« wird. So hat es Emil Wachter dargestellt. 
Wenn Heilige um Hilfe angerufen werden, dann geschieht dies, weil Menschen keinen Ausweg mehr wissen. Sie haben alles versucht und sind nicht imstande, etwas an ihrer Lage zu ändern. Wer um Hilfe bittet, gibt seine Gestaltungsmacht auf, hat eingesehen, dass es nicht mehr alleine geht. Das ist eine wichtige Erkenntnis, die wir in vielen Veränderungsprozessen beobachten können. Christophorus ist unter der Last, die das Kind auf den Schultern für ihn wurde, fast zusammengebrochen, hat sich aber mühsam ans andere Ufer gekämpft. 
Er ist ein Vorbild, das uns ermutigt, ebenso zu handeln. Am Beispiel des Christophorus wird deutlich, dass es nicht nur darum geht, um Hilfe zu bitten. In dieser alten Bitte kommt auch zum Ausdruck, dass er für uns vor Gott Fürbitte einlegen soll, er soll als Anwalt für uns vor Gott hintreten. Das legt es nahe, dass wir Fürsprache vor Gott brauchen. Warum eigentlich? Sind wir als Gotteskinder nicht von Anfang an in der Hand Gottes geborgen? So verstanden geht es weniger um die Fürbitte, sondern darum, dass wir selbst wie Christophorus den Christus tragen, in uns und auf unseren Schultern. Wenn wir dabei die Last spüren und ob wir darunter zusammenzubrechen, steht auf einem anderen Blatt. Wichtig ist, dass wir uns bewusst sind, dass wir diese unveräußerliche Würde besitzen, selbst Widerschein des Christophorus zu sein und damit Christus  selbst zu tragen.
Auch wenn uns die Last niederdrückt, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht, wir werden nicht untergehen.