Bilderweltarchiv 2021

 
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
  

Sieben Flammen

Die christliche Überlieferung ist nicht vom Himmel gefallen. Sie steht auf dem Fundament des Judentums. Als Zeichen für diese Verbindung hat Emil Wachter, der sich dem ersten Testament sehr verbunden wusste, eines der wichtigsten Symbole des Judentums in die Fensterfront Richtung Westen eingegliedert. Die Menora, der siebenarmige Leuchter, steht für den Bund, den Gott mit Israel geschlossen hat und der immer noch gültig ist. Ursprünglich war es ein Leuchter, der auf Anweisung Gottes im Heiligtum, das mit dem Volk durch die Wüste gezogen ist, geschaffen wurde. Auf sieben Armen sollten eine oder mehrere Kerzen leuchten, die dem Heiligtum Licht spendeten und von der Gegenwart Gottes erzählten. 
 
 
 
 
 

Weihnachtlich leben

Für viele Menschen ist Weihnachten die schönste Zeit des Jahres. Durch die vielen Feiertage, den Jahreswechsel und die Stimmung allgemein wird man eher ruhiger oder erhofft sich das zumindest. Viele sind aber auch froh, wenn diese Zeit wieder vorbei ist und alles seinen normalen Gang geht. Eines der vielen Sinnbilder, die uns in der Weihnachtszeit begleiten, ist die Krippe. Sie stehen in den Wohnungen und den Kirchen und zeigen uns ein Geschehen, das wir uns sonst nur schwer vorstellen können. Zwei, drei Wochen lang oder in den Kirchen vierzig Tage lang wird Weihnachten sichtbar und in gewisser Weise auch begreifbar. Was ist, wenn die Krippen wieder abgebaut sind und alles normal läuft? Dann brauchen wir Darstellungen, die das ganze Jahr über sehen können, so wie diejenige in der Krypta der Autobahnkirche von Emil Wachter.
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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Gargolien

Wir kennen unzählige von ihnen und haben sie auch schon oft gesehen. Von alten gotischen Kathedralen blicken sie auf die Menschen in Form von Wasserspeiern, Brüstungen und als Zierwerk herab. Sie haben unterschiedliche Formen und Gestalten, mal halb Mensch, halb Tier, mal Teufel, mal mit einer dämonischen Fratze, mit Flügeln und aufgerissenen Mündern, zähnefletschend und scheinbar laut schreiend. Die Rede ist von Gargolien, die heute zwar beliebte Fotomotive sind, aber warum es sie gibt, ist weniger bekannt. Wir wundern uns darüber, was diese Früchte des Aberglaubens an einer Kirche verloren haben. Und in der Autobahnkirche taucht mindestens eine von diesen Gestalten in der Krypta auf. Grund genug, um über dieses Relikt abendländischer Geistesgeschichte nachzudenken. 
Die Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatten vor ihrer Umwelt Angst. Der Teufel trieb sein Unwesen, man musste sich hüten, nicht in seine Fänge zu geraten. Dämonen waren überall. Hinter jeder Ecke konnte der Verführer lauern und locken oder erschrecken. Göttliche Mächte standen mit den bösen in einem ständigen Kampf, die Seelen der Menschen sollten die Beute sein, das Leben der Menschen war der Kampfplatz.
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