Bilderweltarchiv 2021

 
Die Autobahnkirche Baden-Baden bietet dem Auge des Betrachters viele Anregungen. Diese Darstellungen in Beton, Glas und Email regen zum Nachdenken an. Wir werden in loser Folge auf unserer Homepage einige Bilder vorstellen und mit einer kleinen Betrachtung Denkanstöße geben. Wenn es dazu führt, das Original zu betrachten, dann freuen wir uns darüber. Denn das Gesamtkunstwerk »Autobahnkirche« ist dazu da, dass man mit ihm in Kontakt kommt.
  

Wenn der Hahn dreimal kräht

Am Freikreuz hinter der Autobahnkirche sehen wir links oben einen Hahn abgebildet. Emil Wachter hat ihn den Werkzeugen der Kreuzigung hinzugefügt. Nun ist der Hahn aber keines der Folterwerkzeuge. Jesus hatte Petrus vorhergesagt, dass das Versprechen des Petrus, immer zu Jesus zu stehen, schon im Morgengrauen gebrochen sein wird. Als Petrus am Feuer im Hof des Kajaphas auf Jesus angesprochen wird, bekommt er es mit der Angst zu tun und leugnet, ihn zu kennen. Der Hahn kräht und ihm wird bewusst, dass er sein Versprechen gebrochen hat. Für Petrus gehört der Hahn zweifellos zur Kreuzigung, denn mit seinem Schrei bricht für ihn noch einmal eine Welt zusammen. Das Schicksal von Jesus läuft unabänderlich auf die Kreuzigung zu. Petrus aber hat auch seine Gewissheit verloren, keine Angst zu haben. Er erfährt am eigenen Leib, und dass sein Mut wenn überhaupt nur mittelmäßig ist.
 
 

Das goldene Kalb

Es ist zum geflügelten Wort geworden, das goldene Kalb. Die Israeliten in der Wüste haben es anstelle des abstrakten Gottes, den Mose ihnen verkündet hat, verehrt. Wahrscheinlich handelte es sich dabei aber nicht um die Abbildung eines Kalbes, sondern um die Darstellung eines Stieres. Man geht davon aus, dass die ursprüngliche Gestalt des Gottes Israels die eines Stiergotts war, der auch in Form von Stierbildern verehrt wurde. Dass im Buch Exodus von einem Kalb die Rede ist, wird der Tatsache geschuldet sein, dass die Verehrung eines kleinen Kalbes eher lächerlich ist. Der Autor macht sich lustig über die Verehrung dieses Götzenbildes. Wenn wir heute von goldenen Kälbern reden, dann meinen wir kleine Alltagsgötter, die wir verehren, denen wir alles, was uns wichtig ist, unterordnen. Meist sind materielle Dinge gemeint.
 

Satan ist endgültig besiegt

Die Schlange, das Sinnbild für Satan und das Böse, taucht im Bildwerk der Autobahnkirche des öfteren auf. Emil Wachter hat den Teufel in Gestalt der Schlange immer wieder eingesetzt, um die Bedrohung durch das Böse zu demonstrieren und um zu zeigen, wie sehr unsere Welt in der Gefahr steht, der Versuchung durch das Böse zu erliegen. Am Freikreuz hinter der Kirche taucht die Schlange Satan in anderer Funktion auf. Er hat keine Machtmehr, denn Satan ist besiegt. Er wird durch das Kreuz niedergehalten. In Verrenkungen wehrt er sich noch gegen seine Niederlage, aber sie ist unausweichlich und sein Kampf vergeblich. »Jesus hat Satan am Kreuz besiegt«, so die Botschaft dieser Darstellung.
 
 
 

Messerscharf argumentiert

In der Geheimen Offenbarung des Johannes ist ein Menschensohn beschrieben, der in der Endzeit kommen soll. Ein wichtiges Kennzeichen sind die Attribute, an denen man ihn erkennt. »Er hielt sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Mund kam ein scharfes, beidseitig geschliffenes Schwert. Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne am Mittag.« (Offenbarung 1,16) Das Schwert, das aus dem Mund kommt, ist ein Bild, das seither immer wieder bemüht wird, wenn es darum geht, Gespräche zu beurteilen. Wie oft wird da mit »scharfer Klinge« argumentiert, wie oft das »feine Florett« oder das »grobe, aber scharfe Schwert« herausgezogen.
 

Wenn Menschen gequält werden

Es wäre schön, wenn wir nicht immer wieder darauf hinweisen, aber es ist eine traurige Wirklichkeit: Heute noch werden Menschen gequält, gefoltert, vergewaltigt und missbraucht. Immer dann, wenn Macht über andere dazu genutzt wird, den eigenen Vorteil durchzusetzen oder die Ziele einer politischen Clique, bleiben Menschen auf der Strecke. Es sind dann nicht nur die körperlichen Folgen unter denen die Opfer leiden. Die seelischen Verletzungen wiegen oft viel schwerer und werden ein Leben lang herumgetragen. Sinnbildlich für alle, die unter dem Missbrauch von Macht, die unter Ungerechtigkeit und Verfolgung leiden, steht diese Figur, die Emil Wachter am Freikreuz hinter der Autobahnkirche geschaffen hat.
 

Auf Adlersflügeln

Eine der schönsten Beschreibungen der Erfahrungen Israels mit seinem Gott findet sich im Buch Deuteronomium, dem fünften Buch Mose. Dort steht: »Ein Adler scheucht die Jungen aus dem Nest, damit sie selber fliegen lernen. Doch wachsam schwebt er über ihnen, und wenn eins müde wird und fällt, dann breitet er die Flügel unter ihm und fängt es auf und trägt es fort. Genauso hat der HERR sein Volk beschützt; er ganz allein hat Israel geführt, kein fremder Gott stand ihm zur Seite!« (Dtn 32,11-12)

Der Himmel- und Erde-Thron

Manche Throne haben einen besonderen Namen, , und das nicht nur in der Fantasyliteratur. Der Thron des Schah von Persien war der »Pfauenthron«, der des chinesischen Kaisers der »Drachenthron« und auch der Papst residiert auf der »Cathedra Petri«. Alle diese Namen haben etwas mit dem Herrschaftsanspruch über ein Gebiet oder eine Sache zu tun. In der Antike hatten auch die Götter ihren Thron, auf den meist eine Abbildung des jeweiligen Gottes darauf gesetzt wurde. In mittelalterlichen Darstellungen residiert Gott oft auf einem Regenbogen als Thron, der das Bundeszeichen zwischen Gott und Noah aufgreift und die Herrschaft Gottes über den Himmel und die Erde festschreibt.
 

Alles, was Odem hat

Emil Wachter nennt dieses Fenster »Die Wunder des Kosmos, die Sterne preisen den Schöpfer«. Es ist ein eher unscheinbares Fenster, das er mit einer der grundlegenden Aussagen der jüdisch-christlichen Tradition belegt hat. Sieben Juwelen in strahlendem Gelb schmücken den oberen Rand, ansonsten sehen wir nur weiße, oder schwarze Elemente, die meisten Rauten oder Dreiecke. Der Lobpreis dessen, was geschaffen ist, spielt in der ganzen heiligen Schrift eine große Rolle, immer wieder wird beispielsweise in den Psalmen betont, dass die Schöpfung nicht aufhört, mit allen Stimmen Gott zu preisen.
 

Fragen an die Zukunft

s liegt in der Natur von uns Menschen, dass wir immer wieder nach vorne blicken und uns der Frage stellen: »Was kommt auf uns zu?« Darauf gibt es keine letztgültige Antwort und alles, was wir bemühen, um die Zukunft vorherzusagen, hochzurechnen oder zu planen, reicht nicht aus, um uns Sicherheit zu geben. Selbst der Blick in die Vergangenheit, aus dem wir vielleicht lernen, wo es gut gegangen ist, reicht nicht. Am Noah-Turm sehen wir einen Menschen, der sich diese Frage stellt.
 
 

Wann bist du eigentlich daheim?

Es ist einer der am häufigsten Begriffe, die in der politischen Diskussion derzeit verwendet werden, und einer der schwierigsten. Es geht um die »Heimat«. Was verbinden wir damit? Sicherlich ganz viel Gefühle und ein großes Maß an Erinnerungen an die Kindheit. Wir träumen von einer vertrauten Lebensweise und trauern einer Zeit nach, die unwiederbringlich vorbei ist. Was ist Heimat? Es gibt die kleine Antwort, wenn wir danach fragen, wo wir »daheim« sind. Wir nennen dann ein Haus oder eine Wohnung, die unser zuhause ist oder einen Ort, an dem wir leben. Wir beziehen uns auf Gebäude wie das in der Krypta der Autobahnkirche. Die Frage nach dem »Daheim« ist doch nicht so einfach zu beantworten.
 
 
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Norbert Kasper

Pastoralreferent

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Bilderwelt der Autobahnkirche
 
  

Faszinierend

Die beiden Brüder Jakobus und Johannes stehen da, mit offenen Mündern und aufgerissenen Augen. Sie können ihren Sinnen gerade nicht trauen. Sie verstehen nicht, was sie soeben erleben. Sie sind zusammen mit Petrus und Jesus auf den Berg Tabor gestiegen, ein mühsamer und beschwerlicher Weg. Jesus wird vor ihren Augen in eine strahlende Gestalt verwandelt und trägt herrliche weiße Kleide. Neben ihm tauchen zwei Männer auf, von denen sie sofort wissen, dass es Mose und Elia sind. Jesus unterhält sich mit ihnen, bis eine Stimmer ertönt: »Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!« Plötzlich ist alles vorbei, Mose und Elia sind verschwunden, Jesus steht wieder ganz einfach vor ihnen, auch das herrliche Strahlen ist nicht mehr. Ihre erste Reaktion ist, für immer an dem Ort zu bleiben, das Erlebte festzuhalten und drei Hütten zu bauen, was sie dann natürlich nicht tun, denn sie machen sich wieder an den Abstiegt vom Berg Tabor.
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